Neuer Wein und Zwiebelkuchen aus‘m Backhäusle

Am Sonntag 06.10.2019 gibt es ab 11 Uhr in der Palmberghütte Poltringen zum neuen Wein wieder leckeren Zwiebelkuchen aus’m Backhäusle. Die gesamte Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf viele Gäste.

Bitte vormerken: nächstes Treffen der Arbeitsgemeinschaft

Das nächste Treffen der Arbeitsgemeinschaft Poltringer Heimatgeschichte findet am 22. Oktober 2019 ab 18:30 Uhr in der Palmberghütte statt. Das Thema wird „Schule im Schloss“ sein. Nachfolgend für alle Interessierten eine Information des Bürgerverein Ammerbuch: „Herr Hess, Ortsvorsteher in Poltringen, hat den Bürgerverein Ammerbuch offiziell eingeladen, in der nächsten Sitzung des Ortschaftsrats unser museales Konzept vorzustellen. Termin: Mittwoch, 2. Oktober 2019 ca. 20:00 Uhr im Rathaus Poltringen (davor tagt der Ortschaftsrat bereits ab 19:00 Uhr zu anderen Themen, ab ca. 20:00 Uhr bekommen wir das Wort). Herr Hess will dann in der nächsten Sitzung (November?) im Gremium beraten, in wie fern der Ortschaftsrat unser Projekt unterstützt, unter anderem in Form einer Empfehlung an den Gemeinderat, mit uns einen Pachtvertrag für die rechte Scheunenanteile abzuschließen. “Es wäre klasse, wenn viele Leute zu dieser Ortschaftsratsitzung kommen könnten! Schließlich geht es um unsere Schlossscheune, die die Gemeinde Ammerbuch verkaufen will! Tragt den Termin mal in Euren Kalender ein und kommt am 2. Oktober 2019 ins Rathaus! Liebe Grüße Margot Sailer

Katrin Flaisch | Schriftführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Bunker in Poltringen“

Lageplan der Poltringer Bunker (rosa Punkte = vorhandene Tiefkeller, schwarze Punkte = neu angelegte Bunker), erstellt von Armin Haar, August 2019

In Poltringen gab es während des letzten Weltkrieges etliche Bunker zum Schutz vor Luftangriffen. Zum Glück gab es während des Krieges nur einen Luftangriff am 19.04.1945 (siehe dazu der Amtsblattartikel vom 08.11.18), der zwei Auswärtigen das Leben kostete, aber es gab unzählige Luftalarme. Zum Kriegsende hin war dies fast täglich mehrmals der Fall. Luftschutzalarm erfolgte durch eine Sirene auf dem alten, heute abgebrochenen Rathaus. Die Vorwarnzeit betrug allerdings nur wenige Minuten.

Die (Tief-) Bunker waren entweder tieferliegende bestehende Kellerräume, neuerrichtete Erdbunker oder in den Berg gegrabene Gänge. Hochbunker gab es keine in Poltringen. In Poltringen gab es nur private Bunker und keine öffentlichen Schutzanlagen, die Nutzung erfolgte aber gemeinschaftlich im Nachbarschaftsverbund, sodass für alle Einwohner mehr oder weniger Schutzmöglichkeiten bestanden. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter (ca. 60 / 10% der Bevölkerung) durften offiziell die Bunker allerdings bei Strafe nicht nutzen; die praktische Umsetzung im Ort war aber oft zum Glück anders.

Der Bunkerbau begann in Poltringen wahrscheinlich zu Kriegsbeginn 1939 und endete erst 1945. Als sicherster Bunker galt wohl der Kellerraum der Schlossscheuer, der heute noch als Keller in Nutzung ist und aus dem 16. Jahrhundert stammt. Heute besteht kein Bunker mehr in seiner ursprünglichen Funktion.

Die Bunker waren teilweise auch mit Betten eingerichtet. Oft erfolgte eine Nutzung nicht nur temporär bei Luftalarm, sondern auch bei häufigen Luftalarmen dauerhafter. Nach dem Einmarsch der Franzosen mussten einige Familien zudem dort auch längere Zeit wohnen, da die Besatzer die eigentlichen Wohnräume für sich beanspruchten. Weitere Nutzungen waren oft auch als Lager für Lebensmittel oder landwirtschaftliche Zwecke.

Eine Ermittlung der ursprünglichen Lage der Bunker erfolgte durch Armin Haar. Wo diese lagen, zeigt die nachfolgende Karte.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

Frühwanderung zur Schaukanzel (Hirschbrunft) am Samstag, 28.09.19

Um 5.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Hirschbrunft in den Schönbuch.Treffpunkt wie immer am Rathaus. Taschenlampe nicht vergessen.Gastwanderer können am Parkplatz Saurucken in Entringen zustoßen.Anschließend treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Frühstück im Hotel Schmoll in EntringenWF: Gerold Sailer

Neuer Wein und Zwiebelkuchen aus‘m Backhäusle

Am Sonntag 06.10.2019 gibt es ab 11 Uhr in der Palmberghütte Poltringen zum neuen Wein wieder leckeren Zwiebelkuchen aus’m Backhäusle. Die gesamte Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf viele Gäste.

Arbeitseinsatz bitte vormerken

Am Freitag 20.09.2019 werden wir ab 14 Uhr auf unserem Vereinsgelände dringend notwendige Arbeiten an der Außenanlage durchführen. Bitte liebe Vereinsmitglieder haltet diesen Termin im Terminkalender fest und unterstützt mit Eurem Einsatz die Erhaltung unserer Vereinseinrichtungen.

Katrin Flaisch | Schriftführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Sage vom Schatz in der Raosen

„Bei Poltringen, zwischen Pfäffingen und Oberndorf, soll in der »Raosen*«, einem Wasserloch, ein Schatz verborgen liegen.“

*Raosen, ggf. von mhd. „rozze“, Lache, wasserreiche Mulde; es gibt in dem Bereich einen direkt in den Aischbach(-graben) fließenden Brunnen („Gäßle-Brünnele“), der aus uralter steingemauerter Wasserleitung gespeist wird, die in Richtung Oberndorfer oder Heidenwald führt, und wie die Quelle seltsamerweise bis heute auf keiner, auch nicht historischer, Karte verzeichnet ist. Vielleicht besteht hier Bezug zu Sage?

Aus „Sagen, Märchen, Volksaberglauben – Volksthümliches aus Schwaben Band 1“ von Anton Birlinger / Michael Richard Buck von 1861; Sage ist mündlich überliefert.

Wer weitere (noch undokumentierte) Poltringer Sagen kennt oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Sage vom Muotisheer*

„Odins wilde Jagd“ des norwegischen Malers Peter Nicolai Arbo von 1872

„Ein alter Lehrer in Hirschau erzählte oft, wie er einmal noch spät von Poltringen heim sei nach Hirschau. Zwischen Pfäffingen und Poltringen sei es eben gewesen: da hörte er plötzlich ein furchtbares Jagen und Rufen und verworren Schreien. Er sprang über Hals und Kopf, um noch zu dem nächsten Feldkreuz zu kommen. Aber im Nu rief’s schon hinter ihm her: 

“Hû, hû, hû,“

“Auss əm Wëəg!“

Glücklicherweise hatte er das Kreuz erreicht und so gewaltig umklammert, als ob er angewachsen wäre. In dem nämlichen Augenblicke zog eine große Schar Reiter auf Schimmeln und Rappen an ihm vorbei, die Reiter alle ihre Köpfe unter dem Arm. Er kam glücklich davon; hätte er das Kreuz nicht erreicht, so wär’s ihm gewiß nicht gut gegangen.“

*Muotis- oder Wuotisheer oder wilde Jagd: u.a. Sturm der in Tagen der Tag- und Nachtgleiche den Frühling ankündigt oder baldigen großen Krieg, auch in Verbindung mit Odins / Wotans wütendem Heer oder Existenz eines Geisterheeres, das sich in der Nacht erbitterte Kämpfe liefert

Aus „Sagen, Märchen, Volksaberglauben – Volksthümliches aus Schwaben Band 1“ von Anton Birlinger / Michael Richard Buck von 1861; Sage ist mündlich überliefert.

Wer weitere (noch undokumentierte) Poltringer Sagen kennt oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

Arbeitseinsatz bitte vormerken

Am Freitag 06.09.2019 und Samstag 07.09.2019 jeweils ab 9 Uhr werden wir in unserer Palmberghütte einen Großputz machen. Dazu sind viele helfende Hände gefragt. Bitte liebe Vereinsmitglieder haltet diesen Termin im Terminkalender fest und unterstützt mit Eurem Einsatz die Erhaltung unserer Vereinseinrichtungen.

Hüttenbetrieb Dienstagstreff

Der nächste Dienstagstreff findet am 03.09.2019 ab 15:00 Uhr in der Palmberghütte statt.

Auf viele gutgelaunte Gäste freuen sich Moni, Gabi und Wolfgang.

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Sage von der guten Schlossamme

„Zum Ende des 2. Weltkrieges lebte eine in Berlin ausgebombte Familie (Fam. Lange), mit ihren drei im Schloss geborenen Kindern, alleine im Schloss. Da es im Ammertal keine Luftschutzsirenen gab, konnte man sich erst beim hörbaren Dröhnen der Flugzeugmotoren in den Keller flüchten.

Irgendwann began es aber, dass immer vor Luftangriffen ein sich wiederholendes Klopfen an der Wand hörbar war. Dadurch konnte man schon Minuten vor den Angriffen den Keller aufsuchen. Man sah dann öfter nach, ob sich noch jemand im Schloss aufhält, konnte aber nie jemand finden.

Auch ein weiteres seltsames Erlebnis ergab sich, bei dem einem der Kinder der Teddybär von unsichtbarer Hand in die Höhe schwebend gehoben wurde, dort verharrte und sanft in die Kinderhände zurückglitt, ohne dass das Kind Angst zeigte.

Man brachte diese Ereignisse in Verbindung mit der, im Schloss verstorbenen, Amme der letzten Schlossherrin. Diese gehörte zu einer durchreisenden Landfahrergruppe, hatte eine Totgeburt in Poltringen und wurde zur Genesung im Schloss aufgenommen, wo sie dann als Amme verblieb.”

Gekürzt nach den (dem Autor vorliegenden) Aufzeichnungen von Fam. Lange des Schlossverwalters Dieter Christ aus 2001.

Wer weitere (noch undokumentierte) Poltringer Sagen kennt oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Woher kommt das Poltringer Ortswappen?“

Bild: Wikipedia

Das erst 1933 festgelegte Gemeindewappen zeigt in Silber auf grünem Dreiberg einen stehenden, rotbezungten schwarzen Eber, darüber eine fünfblättrige rote Rose. Der Eber ist ein altes Fleckenzeichen und geht auf die ehemaligen Ortsherren (bis 16. Jhrdt.), die Grafen von Eberstein, zurück, aus deren Wappen auch die Rose übernommen wurde. Die Rose ist ein Ehrenzeichen, dass den Ebersteinern wohl für ihre Verdienste um die Kirche vom Papst verliehen wurde und daher in deren frühestem Wappen (noch vor dem Eber!) aufgeführt wurde. Diese päpstliche Ehrung gibt es seit dem 11. Jhrdt. und bestand aus einer vergoldeten silbernen Rose mit einem blauen Saphir in der Mitte. Das Wappen war 38 Jahre lang bis zur Gründung von Ammerbuch im Jahr 1971 gültig.

Bis 1933 verfügte Poltringen über kein offizielles Wappen. Da Gemeindewappen aber zu Beginn des 20. Jahrhundert immer beliebter wurden (z.B. 1907 hatte von 1900 Gemeinden in Württemberg nur 152 ein eigenes Wappen) und nachdem zunächst nur die Städte als wappenfähig galten, dies ab 1926 aber auch auf Gemeinden zutraf, entstanden immer mehr Gemeindewappen. Durch die Bestimmungen der deutschen Gemeindeordnung von 1935 wurde die Wappenannahme oder Änderung dann zu einem staatlichen Verwaltungsakt. Jede Gemeinde, die ein Dienstsiegel mit eigenem Bild haben wollte, musste ein Wappen führen. Gemeinden ohne Wappen führten ein Dienstsiegel mit Hakenkreuz. Auch dies könnte dazu motiviert haben sich im eher NSDAP-kritischen Poltringen (siehe Amtsblattartikel vom 14.03.19) ein eigenes Wappen zulegten.

Früher genutzte Poltringer Gemeindefahnen waren rot-weiß, was ggf. Bezug zu den Farben der letzten adligen Schlossherren hatte (v. Ulm-Erbach, blau-weiß-rot) und heute sich noch zeigt in den rote-weißen Fahnen des PFC.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Vorschau September und Oktober

06./07.09.2019 Arbeitseinsatz
20.09.2019 Arbeitseinsatz
28.09.2019 Frühwanderung zur Hirschbrunft
06.10.2019 Zwiebelkuchen und neuer Wein

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Warum heißt Poltringen „Poltringen“?“

Poltringen von Nordosten, Bild: Peter Schneck, Juli 2019

Die Endung eines Ortsnamens mit -ingen (o.ä. wie -ing, -in, -inge, -en, z.B. Reusten) zeigt an, dass es sich wie bei Poltringen um einen Ort handelt, der als einer der ersten nach dem Abzug der Römer aus unserer Region von den nachrückenden Alamannen gegründet wurde. Poltringen wurde zwar erst 1191 erstmals schriftlich erwähnt, wurde aber ggf. schon im 4. Jahrhundert nach Christus gegründet.

Die Wortendung ist immer mit einer Bezeichnung eines Ortes oder einer Person in Bezug zu sehen. In der Regel bezeichneten die Alamannen ihre Dörfer nach den Bewohnern, die Bewohner wiederum sind nach dem Sippenoberhaupt oder Ortsgründer genannt. Dies könnte hier ein Bolthar(i), Baldo, Bolder, Baltrun o.ä. gewesen sein. Die Endung „-ingen“ bei Poltringen etwa bezeichnet den Dativ Plural: „bei den Blutsverwandten des Bolthar(i)“ oder „bei den Leuten, die in der von Bolthar(i) gegründeten Siedlung wohnen“.

Orten mit Endungen wie -heim, – dorf, -weiler, -stetten, -hausen oder -holz wurden erst später gegründet. Da in Ammerbuch sonst alle Ortsteile mit -ingen oder -en enden, ist anzunehmen, dass Breitenholz der am spätesten gegründete Ort ist.

Gründe für die Siedlung an diesem Ort war bei Poltringen sicher die Lage an Ammer, das Vorhandensein einer Furt, diverse Quellen, die Güte des Bodens und die Nachbarschaft zur wahrscheinlich noch in Nutzung befindlichen Römerstraße. Zudem könnte die Nähe zu den Ruinen des römischen Gutshofes, ein etwaiger uralter germanischer Kultplatz unter der heutigen St. Stephanus-Kirche sowie die geschützte Lage im Talausgang, des sich hier verengenden Ammertals, ausschlaggebend für die Wahl der Ortsgründung gewesen sein.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Keltische Grabhügel“

Auf dem Schopfenloch am Käsbachknie gab es früher 12 keltische Grabhügel. Diese sind mitterweile aufgrund Planierung durch die landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr zu erkennen.

Dort fand man bei Ausgrabungen ca. 1897 bronzene Frauengrabbeilagen / Schmuck aus dem 3./4. Jhrdt. v. Chr.. Dieser ist heute Privatbesitz der Familie von Ow-Wachendorf und im Freiherrlichen Schlossmuseum in Wachendorf ausgestellt. Eine Besichtigung kann gegen Voranmeldung erfolgen.

Boris Dieter, mit freundlicher Genehmigung des Freiherrlichen Schlossmuseums

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter