Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Poltringer Straßennamen erklärt – Teil 1“

Im Heimatbuch von 1971 sind auf den Seiten 15 bis 35 alle Gewannnamen der Gemarkung Poltringen im Detail und sehr anschaulich erklärt. Zu den Straßennamen gibt es etwas Ähnliches nicht. Es gibt nur zu allen Straßennamen Ammerbuchs auf der Homepage der Gemeinde ein „Straßenverzeichnis“ mit maximal sehr kurzen Erläuterungen.

Bei den meisten der über 50 Straßennamen in Poltringen braucht es auch keine größere Erläuterung, da ihre Bedeutung auf der Hand liegt. Dies ist der Fall bei allen Straßen mit Namen von Pflanzen (z.B. Wacholderweg oder Kiefernweg), Ortschaften (z.B. Entringer Straße oder Wendelsheimer Weg), Berühmtheiten (z.B. Schickhardtring oder Jahnstraße), (ehemalige) Gasthäuser (z.B. Hirschstraße und Engelstraße), Gewannnamen oder Bergen (z.B. Kornbergstraße, Haldenstraße, Aiblestraße oder Wasenbreite) oder mit den Namen von ehemaligen Ortsherren (z.B. Pfalzgrafenring oder Erbachstraße).

Ausschnitt aus „Ansichten der gräflich wolkensteinischen, teils eigenen, teils lehenbaren Schlösser samt Gärten, Umland, Neben- und Wirtschaftsgebäuden in Poltringen 1695“ (B 33 Büchel 63 Hauptstaatsarchiv Suttgart), mittig Rathaus und Turm mit Kreuz und Nummer 25, unten Ammer, rechts Bergschloss mit Weinberg unterhalb

Bei einigen Straßennamen ist aber die Bedeutung nicht so leicht zu erkennen. Diese sind daher hier, soweit Informationen dazu ermittelbar waren, erläutert:

Holzweg – Dies war der alte Hohlweg, der etwa die frühere Poltringer Säge an der Ammer hinter dem Gasthof „Adler“ bei der Ammerbrücke in direkter Linie mit dem Schönbuch und dem dortigen früheren Poltringer „Communewald“ (1821-1890) bei Hohenentringen verband. Er ist aber schon 1355 im Bebenhäuser Urbar als „Holtzweg“ und 1484 als „Bolltringer Holtzweg“ in einem Vergleich erwähnt. Die Sägerei ist aber erst ab etwa Mitte des 19. Jahrhundert belegt; der Weg wurde also schon seit alters her zum Holztransport genutzt.

Froschgasse – Diese Gasse trägt ihren Namen daher, dass dies früher ein sehr sumpfiger Feldweg zur Ammer hin war und es dort wahrscheinlich deswegen viele Frösche gab.

Turnerstraße – Hier gab es vor dem zweiten Weltkrieg einen Turnplatz. Dieser lag daher nicht weit entfernt vom alten Rathaus, in dem Schulräume und der Kindergarten war. Der Bereich wird auch „Ga(e)nswinkel“ genannt, da sich dort früher die Gänse des Dorfes sammelten, da es hier früher relativ flach in die Ammer ging.

Turmstraße – Der Straßenname rührt daher, dass das frühere Poltringer Rathaus über einen Gefängnisturm verfügte. Dies ist auf einer Panoramakarte von 1695 zu sehen. Nach einem Um- oder Neubau 1778 brannte dies aber schon 1783 ab und wurde ohne Turm in der Form wiedererrichtet, in der es dann in den 1970er Jahren zur Verbreiterung der Hauptstraße abgerissen wurde. Zudem ragte das alte Rathaus sowieso von der Straße, die von der Engelstraße und der Ammer zur Hauptstraße steil hinaufführte, turmartig hoch auf und verfügte dadurch über fünf Stockwerke: Gewölbekeller („Narrenhäusle“), Erdgeschoß Molkerei, früher Waage, 1.OG Kindergarten, 2.OG auf Hauptstraßenniveau Rathaus und Gefängnis, darüber dann noch zwei Dachgeschoße.

Banngarten – Dies war ein großes, umhegtes Gartengrundstück, welches der Nutzung durch die Schlossherrschaft vorbehalten war.
Sommerweg – Diesen Straßenname gibt es erst seit den 70er Jahren, vorher war dies ein Feldweg. Wahrscheinlich kam es zu der Benennung, da dies eine sehr sonnige und für den Weinbau gut geeignete Halde war. Daher war dort auch der „Schlossweinberg“ und heute die Schlossweinbergstraße.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Familiennamen in Poltringen im 14. Jahrhundert“

Eine der ältesten Quellen für bürgerliche Familiennamen in unserer Region sind die sog. Urbare. Dies sind Auflistungen von Einnahmen und eventuell Ausgaben der regionalen Herrschaften. Nachfolgend sind drei ältesten bekannten aus dem 14. Jahrhundert aufgeführt.

Das Altwürttembergische Urbar von um 1350 ist das in Latein verfasste, erste Gesamtverzeichnis der Einnahmen der, damals noch, Grafschaft Württemberg. In diesem sind nur einzelne Familiennamen von Ortsherrschaften (von Ehingen, von Hailfingen, von Effringen) in Bezug zu „In Boltring“ dokumentiert, keine Namen Poltringer Bürger.

Das Bebenhäuser Urbar von 1356 ist das in Latein verfasste, erste Gesamtverzeichnis der jährlich wiederkehrenden festen und ertragsabhängigen Einnahmen von Bauern und Bürgern des 1191 gegründeten Klosters Bebenhausen aus seinem eigenen Grundbesitz und den Abgaben, die das Kloster anderen schuldete. In diesem sind folgende Familiennamen in Bezug zu „Boltringen“ bzw. „Oberkirch/Oberkirlich“, bei Beschreibung des Grundstücks als Abgabenschuldner oder Anlieger genannt, dokumentiert (in Klammer eigene, freie, sinngemäße Übertragung in modernes Deutsch, wenn notwendig):

  • Wernheri de Poltringen (Werner von Poltringen)
  • Anshelmus de Halvingen (Anselm von Hailfingen)
  • Hermanni de Owe (Herrmann von Ow)
  • de Ehingen (von Ehningen)
  • de Effringen (von Effringen)
  • Bertoldi Múrer (Berthold Maurer)
  • Uolen (Uhlen)
  • Uelen de Bernhusen (Ühlen von Bernhausen)
  • Cunradus Beben (Konrad Beben)
  • Seddenlin (Settelin)
  • Uloni (Ühloni)
  • Anshelmi (Anselm)
  • Blúme (Blüme)
  • Suter
  • Stival (Stiefel)
  • Halderin (Halder)
  • Linder
  • Stival (Stiefel)
  • H. Schimilli (Schimmel)

Das Schönbuch-Urbar von 1383 ist das erste Forstlagerbuch der Grafschaft Württemberg. Es ist in Deutsch verfasst. Ein Forstlagerbuch verzeichnet in Bezirken wie dem Schönbuch, in denen Württemberg die Forsthoheit hatte, die dortigen Waldnutzungsrechte und die Einkünfte. Vorher gab es keinerlei gesammelte Übersicht über diese Rechte. Für „Boltringen“, das dem „ober ampt (Oberen Amt)“ der herrschaftlichen Schönbuchverwaltung zugeordnet war und umfangreiche Nutzungsrechte am Schönbuch hatte, sind folgende Familiennamen dokumentiert:

  • Eberhart Selder
  • Uel
  • Aberlin Fronmayer
  • Bentz Bruehsel
  • Wernher Truemlin
  • Küng
  • Eberlin Sueter
  • Haintz der Vogkeler
  • Cuentz Schuler
  • Burchart Brun
  • Hans der Frie
  • Hans Foekler
  • Aberlin Schuetz
  • Felman
  • Haintz Hagen
  • Cuentz Huemel
  • Haintz der Murer
  • Hueg Hagen
  • Sueter
  • Walther
  • Eberhart Riser

Quellen zu „Altwürttembergisches Urbar“ 1350: Original im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Transkription nicht vorhanden; „Bebenhäuser Urbar“ 1356: Original im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Transkription in „Das Bebenhäuser Urbar von 1356“ (2015) von W. Wille; „Schönbuch Urbar“ 1383: Original im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Transkription in „Württembergische Geschichtsquellen“, 23. Band (1934) von K. 0. Müller

Digitalisat der „Schönbuch Urbar“ Seite für Poltringen von 1383, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (H 107/18 Bd. 1 – Blatt 19 R

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Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Neues vom historischen Gässle-Brünnele-Kanal“

Direkt am Feldweg Richtung Oberndorf, dem sogenannten „Gässle“, gibt es einen Brunnen, der „(Gässle-)Brünnele“ genannt wird. Bei einer Leckagereparatur der Zuleitungsröhre entdeckte man 1997 überraschenderweise, dass der Brunnen sein Wasser nicht wie vermutet direkt bergauf aus Richtung Heidenwald bezieht, sondern, dass sein Wasser aus einem bis dahin völlig unbekannten historischen Kanal Richtung Oberndorf stammt.

Bild von Osten des geöffneten trockenen Kanalstücks nach der Ableitung des Wassers zum Brunnen, Bild: B. Dieter, Oktober 2018

Der ca. 20 cm breite und hohe Kanal mit einer Steinabdeckung verläuft etwa 20 m von der Brunnenöffnung etwa 50 cm unter der Oberfläche fast senkrecht zur Zuleitungsröhre und weist parallel zum Feldweg Richtung Oberndorf bzw. dem Wald am Gewann „Vogelsang“ und verläuft vermutlich nach der Ableitung des Brunnenwassers dann Richtung Dorf oder Ammertal weiter. Er ist nach der Ableitung aber trocken.

Im Zusammenhang mit einer erneuten Öffnung des Kanals 2018 wurde dann eine Begutachtung und Dokumentation dieses Bodendenkmals durch das Landesdenkmalamt vorgenommen. Sie ergab einen geschätzten Bauzeitraum zwischen dem Jahr 1500 und spätestens 1800. Parallele Recherchen, auch im Ortsarchiv, in weiteren schriftlichen Quellen oder Karten, wohin der jahrhundertealte Kanal verläuft und wann oder warum er erbaut wurde, waren aber bisher leider erfolglos. Der Kanal ist seltsamerweise nirgends verzeichnet. Vielleicht sind Unterlagen über ihn beim Großbrand des Poltringer Rathauses Ende des 18. Jahrhunderts vollständig zerstört worden und er zeitgleich in Vergessenheit geraten.

Durch Analyse der geologischen und topografischen Gegebenheiten und eine hydrologische Wasseruntersuchung der Universität Tübingen, konnte dann aber der vermutete Quelltopf und Verlauf dorthin zumindest eingegrenzt werden, ist aber noch unsicher. Wohin der Kanal (im Dorf oder im Ammertal?) verlief, ist aber immer noch gänzlich unklar.

Um nähere Informationen zum Verlauf des Kanals Richtung Dorf und vor allem Richtung Quelltopf zu erlangen, ist geplant, im Sommer 2021 eine archäologische Fachfirma privat zu beauftragen. Diese könnte eventuell mit einem Bodenradar die Trasse des Kanals bis zum Quelltopf und vielleicht sogar Richtung Dorf ermitteln. Zudem könnte dann eventuell auch geklärt werden, warum der Brunnen, vielleicht durch Leckstellen oder Beschädigungen des Quelltopfes, früher erheblich mehr Wasser führte wie heute.

Spendenaufruf

Für die vorgenannte Georadaruntersuchung entstehen nicht unerhebliche Kosten (um die 1.000,00 €), die bisher schon größtenteils durch großzügige Spendenzusagen abgedeckt sind. Wer die Recherchen zum Verlauf und Quellort des historischen Kanals in Poltringen ebenfalls unterstützen möchte, kann daher bis 28.2.2021 eine zweckgebundene Spende anweisen an den Heimat- und Wanderverein Ammerbuch e.V. (IBAN: DE54 6416 1397 0067 1250 00, BIC: GENODES1AMM -Volksbank Ammerbuch eG), Verwendungszweck: „Spende Geo Radar“.

Die Spende kann steuerlich abgesetzt werden, die Spender werden über die weiteren Aktivitäten präferiert informiert und in der Dokumentation gerne genannt. Für eine Spendenbescheinigung bitte uns Adresse mitteilen. Vielen Dank im Voraus!

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Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Heimatpreis Baden-Württemberg 2020 Unser Geschichtsbuch: „Ein Dorf in 50 Geschichten“ schaffte es bis zur Endauswahl

Seit 1982 schreibt das Land Baden-Württemberg jährlich den „Landespreis für Heimatforschung“ aus. Er soll besondere Leistungen in der Erforschung der lokalen Geschichte und der Traditionen durch ehrenamtlich tätige Heimatforscher würdigen. In der Hauptkategorie war letztes Jahr auch unser Poltringer Geschichtsbuch „Ein Dorf in fünfzig Geschichten“ (Herausgeber: Heimat- und Wanderverein Ammerbuch e.V.) nominiert. Für einen ersten oder zweiten Platz hat es zwar nicht gereicht, aber das Buch wurde zu unserer Freude lobend erwähnt:

„Die Jury äußerte aber großen Respekt vor Ihrer Arbeitsleistung. Ihr Werk war solchermaßen qualifiziert, dass es die Endauswahl der Jurysitzungen erreicht hat.“

Wir gratulieren deshalb allen, die an diesem Buch beteiligt waren und wir gratulieren besonders unserem Autor Boris Dieter, der für unsere Heimatforschung eine große Bereicherung ist.

Mit ihrem Buchkauf unterstützen Sie unsere Vereinsarbeit. Es kostet 20,00 € und ist bei Papierkittel in Poltringen, bei unserem Autor Boris Dieter und bei Margot Sailer (070732127) erhältlich. Das Buch kann auch per Post oder persönlich zugestellt werden. Info: www.hwv-ammerbuch.de

Nähere Informationen zum Buch, Leseproben und die Besprechung im Schwäbischen Tagblatt können Sie auf der Homepage des Neckar-Alb-Verlages einsehen.

Die Vorstandschaft des Heimat- und Wanderverein Ammerbuch e.V.

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „1631 – Rottenburger Stadtarzt Johann Wittel aus Poltringen“

Ölgemälde „Schmerzensmann“ von 1631 in der St. Remigius-Kapelle Rottenburg-Wurmlingen, Bild: B. Dieter, März 2020

Mindestens im Jahre 1631 war der aus Poltringen stammende oder dort wohnhafte Dr. med. Johann Wittel Stadtarzt von Rottenburg. Er hatte in Freiburg seit 1608 Medizin studiert. Von ihm weiß man vor allem deswegen, da er einige Bücher in seinem Besitz hatte, die bis heute überdauert haben und in denen er durch eine Inschrift als Besitzer des Buches ausgewiesen ist.

Bei den Büchern handelt es sich um wertvolle, meist theologische Inkunabeln, d.h. Bücher, die vor 1501 gedruckt wurden. Buchdruck gab es damals ja überhaupt erst seit ca. 1450. In diesen Büchern ist er folgendermaßen unterschiedlich neben meist anderen früheren oder späteren Besitzern vermerkt: „Ex libris Joan: Wittell Boltring: m. Doct:“, „Ex libris Joan: Wittelij Boltringensis M. Doct:“, „Ex libris Joan Wittelij Boltring: med: Doct:“, „Ex libris Joan: Wittelij Boltringensis med: Doctoris“ oder „Ex libris Joan: Wittelij Baltring. med. Doct.“.

Von ihm gibt es zudem heute noch in der Wurmlinger Kapelle ein im Zusammenhang mit einer jährlichen Weinspende 1631 gestiftetes Bild: „Schmerzensmann“. Es hängt an der Nordwand der Kapelle im hinteren Bereich unter der Empore auf Augenhöhe.

Ein weiterer Hinweis auf ihn ergeben drei Dokumente über Kreditverträge aus Freiburg von 1622 und 1623 (Universitätsarchiv Freiburg, Bestand A 104 Urkunden der Stiftungsverwaltung, S. 110, Nr. 504-506).

Andere Quellen über ihn etwa in Rottenburg haben leider nicht überdauert. Dies liegt sicher auch an den zwei Rottenburger Stadtbränden von 1644 und 1735, in denen neben großen Teilen der Altstadt viel Archivgut in Flammen aufging.

Wo und ob er in Poltringen geboren wurde und wo er dort wohnte, ist leider bisher nicht bekannt.

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Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Poltringer Grenzsteine“

Es gibt an den ehemaligen Gemarkungsgrenzen der Gemeinde Poltringen einige schöne, noch erhaltene historische Grenzsteine. Da es durch die digitale Erfassung von Grundstücksgrenzen und die Eingemeindung Poltringens keinen Bedarf mehr an den Grenzsteinen gibt, sind viele aber auch zerstört, vergraben oder entfernt. Im Grenzprotokoll von 1767 sind etwa 100 Grenzsteine genannt.

Besondere Exemplare finden sich hier:

Gemarkungsgrenze zu Entringen

Hier gibt es ein schönes Exemplar auf dem Höhenrücken nördlich der Reithalle Poltringen und östlich des Flugfeldes. Der Grenzstein aus Sandstein markierte die Grenze der (Ge-) Markung Poltringen und Entringen. Er trägt daher auf der Nordseite die Markierung „M“ und „E“ (Markung Entringen) und auf der Südseite die Markierung „M“ und „P“ (Markung Poltringen).

Poltringer Schönbuchwald

An den ehemaligen Waldbesitz Poltringens 1820 bis 1890 im Schönbuch, zwei große verbundene Waldstücke nordöstlich und nordwestlich von Hohenentringen, erinnern auch noch zwei Grenzsteine. Weitere harren sicher der Entdeckung. Der eine liegt versteckt zwischen dem Wanderparkplatz am „Saurucken“ und dem Friedwald mitten im Wald am Füllesthäle und markierte damals das nördliche Ende des Poltringer „Communewaldes“ sowie heute des Friedwaldes. Der andere markiert, ebenfalls mitten im Wald versteckt, das östlichste Ende des ehemaligen Poltringer Waldes nordöstlich von Hohenentringen, am Südrand des südlichen Zweiges des Winterthälebaches und direkt am Wildgehegezaun.

Das Waldgrundstück unterhalb bzw. nordwestliche von Hohenentringen weist nach bisherigem Kenntnisstand keine „neuen“ Grenzsteine von 1821 mit Poltringer Markierung auf. Hier finden sich alte Grenzsteine mit Markierungen „HE/Hohenentringen“ oder „Abtsstab/PR + CB/Pflege Roseck + Closter Bebenhausen“.

Gemarkungsgrenze zu Pfäffingen

Hier gibt es im Heidenwald ein schönes Exemplar, das als Poltringer Kleindenkmal registriert ist. Es zeigt auf der Südseite den Adler der Familie von Gültlingen (früher Ortsherren von Pfäffingen 1527 bis 1699) und auf der Südseite vermutlich einen Abtsstab (für Bebenhausen) und drei Geweihstangen (für Württemberg). Das Alter des Steines ist unbekannt, durch die Inschriften dürfte er aber etwa 300-400 Jahre alt sein. Es liegt auf der Hügelkante des Heidenwaldes zum Sulztal hin etwa 5 Meter links des Weges auf dem Höhenrücken, wenn man den Fußweg ab dem Ende des Feldweges nach Poltringen wenige Meter Richtung Osten läuft.

Ebenfalls im Heidenwald gibt es ein weiteres sehr besonderes Exemplar, das bisher noch nicht dokumentiert ist und in einem eigenen Artikel beschrieben wird.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

„Poltringer Grenzstein“ von 1821 von Osten aufgenommen, hinten „1821“ / „P“ (Poltringen), vorne „Hirschstange“ (Württemberg) und Nummerierung „245“ mitten im Wald am Winterthälebach, markierte die östlichste Grenze des Poltringer Gemeindewaldes

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Entstehung des Poltringer Klosters“

Direkt an der Poltringer Pfarrkirche St. Stephanus bestand fast 400 Jahre lang ein Frauenkloster von Franziskaner-Terziarinnen. In den neuwürttembergischen Lagerbüchern werden diese auch „Schwestern von Oberkirch“ genannt. Erstmals schriftlich erwähnt ist dieses Kloster 1426 in einem Testament von Ruff Sälder aus Reusten und 1456 in einem Kaufvertrag mit Heinz Sälder aus Poltringen. Es war aber wohl um einiges älter, denn im Bebenhäuser Urbar von 1356 ist eine Wiese am (Ammer?) Ufer am „Nunnenbrunnen“ genannt. Vielleicht handelt es sich dabei um eine der drei Quellen, die im Bereich „Täle“ / „oberhalb der Stephanuskirche“ zwischen Friedhof und Bauhof zwischen Ammer und Kreisstraße liegen.

Begründet wurde das Kloster gemäß einer Chronik des Franziskanerordens von 1686 durch zwei reiche Schwestern wohl vor 1300. Diese lebten dann selbst dort. Das Kloster wurde von bis zu zehn Nonnen bewohnt. Leider sind weder das Gründungsdatum, die Namen der Gründerinnen, noch deren Mitschwestern über die Jahrhunderte überliefert.

Einzig in einer Steuerliste zum Gemeinen Pfennig der Diözese Konstanz von 1495 ist eine Vorsteherin Anna genannt: „Anna, mater sororum in Oberkirch prope Boltringen, dedit 1 fl. pro sua persona et 10½ ß pro novem sororibus in presentia Georii Xeß, civis Tubingensis.“ (dt.: „Anna, Mutter der Schwestern in Oberkirch, bei Boltringen, gibt 1 Gulden für ihre Person und 10½ Schilling für die neun Schwestern in Anwesenheit von Georg Xeß, Bürger von Tübingen“. Der erhobene Steuersatz für die Vorsteherin ist recht hoch und entspricht dem der Äbtissinen der erheblich größeren und älteren Frauenklöster von Säckingen und Basel-Klingental, was auf einen gewissen Wohlstand, wenn nicht der Gemeinschaft, so zumindest der Vorsteherin schließen lässt.

Bei Gregor Xeß könnte es sich um einen Pfleger, eine Art Verwalter oder Aufseher in wirtschaftlichen Dingen, gehandelt haben. Er ist, wahrscheinlich in ähnlicher Rolle, auch zeitgleich bei den Schwestern an der Sülchenkirche erwähnt. Da er ein Bürger der Stadt Tübingen war, könnte es sein, dass beide Gemeinschaften unter einem gewissen Einfluss der Stadt Tübingen standen.

Wann sich die Frauen den franziskanischen Tertiarinnen angeschlossen haben, ist ebenfalls nicht bekannt. Allerdings ist in den „Regesten zur Geschichte der Bischöfe von Konstanz“ von 1941 für den 12.05.1444 dokumentiert, dass der Generalvikar die Statuten der der Meisterin und der Schwestern der Klause Oberkirch bei Poltringen bestätigt hatte.

Ausschnitt aus B 33 Büchel 63 HStA „Ansichten der gräflich wolkensteinischen, teils eigenen, teils lehenbaren Schlösser samt Gärten, Umland, Neben- und Wirtschaftsgebäuden in Poltringen 1695“, (Nr. 22 „Ammerbach“ mit Furt ohne Brücke, Nr. 23 „St. Stephanus-Kirche“ mit Turm damals Richtung Osten, Nr. 23 ½ „Nonnenhaus, samt zugehörigem Garten“, Nr. 24 „Weg auf Oberndorf“), im Hintergrund durchgehend Weinberge auf den Ammersüdhängen

Direkt an der Poltringer Pfarrkirche St. Stephanus bestand fast 400 Jahre lang ein Frauenkloster von Franziskaner-Terziarinnen. In den neuwürttembergischen Lagerbüchern werden diese auch „Schwestern von Oberkirch“ genannt. Erstmals schriftlich erwähnt ist dieses Kloster 1426 in einem Testament von Ruff Sälder aus Reusten und 1456 in einem Kaufvertrag mit Heinz Sälder aus Poltringen. Es war aber wohl um einiges älter, denn im Bebenhäuser Urbar von 1356 ist eine Wiese am (Ammer?) Ufer am „Nunnenbrunnen“ genannt. Vielleicht handelt es sich dabei um eine der drei Quellen, die im Bereich „Täle“ / „oberhalb der Stephanuskirche“ zwischen Friedhof und Bauhof zwischen Ammer und Kreisstraße liegen.

Begründet wurde das Kloster gemäß einer Chronik des Franziskanerordens von 1686 durch zwei reiche Schwestern wohl vor 1300. Diese lebten dann selbst dort. Das Kloster wurde von bis zu zehn Nonnen bewohnt. Leider sind weder das Gründungsdatum, die Namen der Gründerinnen, noch deren Mitschwestern über die Jahrhunderte überliefert.

Einzig in einer Steuerliste zum Gemeinen Pfennig der Diözese Konstanz von 1495 ist eine Vorsteherin Anna genannt: „Anna, mater sororum in Oberkirch prope Boltringen, dedit 1 fl. pro sua persona et 10½ ß pro novem sororibus in presentia Georii Xeß, civis Tubingensis.“ (dt.: „Anna, Mutter der Schwestern in Oberkirch, bei Boltringen, gibt 1 Gulden für ihre Person und 10½ Schilling für die neun Schwestern in Anwesenheit von Georg Xeß, Bürger von Tübingen“. Der erhobene Steuersatz für die Vorsteherin ist recht hoch und entspricht dem der Äbtissinen der erheblich größeren und älteren Frauenklöster von Säckingen und Basel-Klingental, was auf einen gewissen Wohlstand, wenn nicht der Gemeinschaft, so zumindest der Vorsteherin schließen lässt.

Bei Gregor Xeß könnte es sich um einen Pfleger, eine Art Verwalter oder Aufseher in wirtschaftlichen Dingen, gehandelt haben. Er ist, wahrscheinlich in ähnlicher Rolle, auch zeitgleich bei den Schwestern an der Sülchenkirche erwähnt. Da er ein Bürger der Stadt Tübingen war, könnte es sein, dass beide Gemeinschaften unter einem gewissen Einfluss der Stadt Tübingen standen.

Wann sich die Frauen den franziskanischen Tertiarinnen angeschlossen haben, ist ebenfalls nicht bekannt. Allerdings ist in den „Regesten zur Geschichte der Bischöfe von Konstanz“ von 1941 für den 12.05.1444 dokumentiert, dass der Generalvikar die Statuten der der Meisterin und der Schwestern der Klause Oberkirch bei Poltringen bestätigt hatte.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Nonnenhaus 1647 zerstört, dann wiederaufgebaut, stand aber seit 1665 leer. Die bisher beste und früheste bekannte Darstellung stammt von 1695. Sie zeigt ein ansehliches und großes, fast die damalige Kirche vor dem Umbau (ab 1750) überragendes Klostergebäude direkt südlich der St. Stephanus-Kirche. Eine zweite ähnliche, aber bildlich ungenauere Darstellung stammt von 1705 (hier nicht abgebildet). Auf späteren Karten im Zeitraum von 1705-1750 findet sich bisher kein Hinweis mehr auf das Kloster und es ist zu vermuten, dass es mangels Bedarfs und wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde. Vielleicht auch um Baumaterial für den Umbau der Kirche zu erlangen. Lediglich Gewannnamen wie „Nonnengärtchen“ (Teil des heutigen Friedhofs) oder „Nonnenweinberg“ (am Hang nördlich der St. Stephanus-Kirche) erinnern heute noch an das Kloster.

Wer hierzu noch weitere vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

INFOS ZUM POLTRINGENBUCH

Da es immer wieder diverse Fragen rund um das Poltringenbuch gibt, hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Fragen und Antworten.

Sind die Artikel im Buch identisch mit den Artikeln im Amtsblatt?

Ja und Nein, für das Buch wurden die im Amtsblatt veröffentlichten Artikel oft überarbeitet:

  • der Text wurde in vielen Fällen aktualisiert und detailliert
  • die Bilder sind nun alle in Farbe statt schwarz-weiß abgebildet
  • die Bilder sind größer abgebildet wie im Amtsblatt
  • es wurden zudem viele neuen Bilder eingefügt

Sind im Buch alle bis April 2020 (Veröffentlichungsdatum des Buches) erschienenen Artikel enthalten?

Nein, im Buch finden sich von den bis April 2020 erschienenen fast 70 heimatgeschichtlichen Artikeln nur 50. Ein Teil wird aber überarbeitet in dem Anfang 2021 erscheinenden Buch über die Ammerbucher Heimatgeschichte mit fast 40 Artikeln enthalten sein.

Gibt es Leseproben des Buches?

Ja, drei Doppelseiten des Buches können als Leseprobe auf der Homepage des Verlages als Vorschau eingesehen werden: https://neckaralb-verlag.de/boris-dieter-50-geschichten/

Gibt es eine Besprechung des Buches?

Ja, eine solche Besprechung des TAGBLATT ist am 17.12.2020 erschienen und kann beim TAGBLATT online oder auf der Verlags-Homepage eingesehen werden: https://neckaralb-verlag.de/50-geschichten-im-tagblatt/

Kann ich das Poltringenbuch nur beim Verlag erwerben?

Nein, Verkaufsstellen des Buches sind die Postagentur und Schreibwarenhandlung „Papier Kittel“ (Poltringer Hauptstr. 49) oder die Palmberghütte zu den Öffnungszeiten, der Ortsvorsteher Herr Hess im Poltringer Rathaus zu den Sprechzeiten (Poltringer Hauptstraße 45), die 1. Vorsitzende des HWV Margot Sailer (Pfalzgrafenring 5) und beim Autor Boris Dieter (Poltringen, Schickhardtring 15). Verkauf über den Verlag oder den Buchhandel erfolgt nur in Einzelfällen.

Kann ich das Poltringenbuch auch kontaktfrei und kostenlos geliefert bekommen?

Ja, wenn Sie in Ammerbuch, Unterjesingen und Oberndorf wohnen. Außerhalb des Liefergebietes ist in Deutschland gerne Postversand gegen 3,10 EUR Porto- und Verpackungsaufschlag möglich.

1. Sie bestellen das Buch per Mail unter heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de oder per Anruf unter 07073-300 769 oder -21 27

2. wir bringen Ihnen ein eingeschweißtes Buch per Übergabe mit Abstand vorbei (gerne auch zu vereinbartem Termin)

3. Sie geben uns den Kaufpreis von 20 EUR in bar bei der Übergabe

Wem kommt der Erlös des Buches zugute?

Der Erlös des Buches kommt zu 100% der Vereinsarbeit des Heimat- und Wandervereins Ammerbuch e.V. zugute. Kosten wie Druck, Verlag, Lieferung, Bildrechte, Honorare etc. sind, auch durch Unterstützung unserer Sponsoren Volksbank Ammerbuch und IBM, schon erstattet.

Katrin Flaisch | Schriftführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Poltringer Grenzsteinzeuge“

Poltringer Grenzsteinzeuge aus Ton, ca. 5 cm Kantenlänge, ca. 19. Jahrhundert, Privatbesitz Fam. Wesselmann, Poltringen, Bild: B. Dieter, Mai 2020

Um das Versetzen von Grenzsteinen zu verhindern oder nachzuweisen beziehungsweise Grenzstreitigkeiten zu klären, wurden besonders in Württemberg unter den Grenzsteinen früher sogenannte „Grenz- oder Marksteinzeugen“ oder „Zeugen“ vergraben. Das Wort stammt von dem mittelhochdeutschen Wort „(ge)ziuc“ für „Zeugnis, Beweis“. Jede Gemeinde hatte hier ihr eigenes Motiv.

Von Poltringen ist die untenstehende Art von dreieckigen Tonzeugen mit dem Schlossmotiv erhalten. Es wurde aber auch teilweise statt Tontafeln ein Stück Kohle, Bruchstücken von zerschlagenen Steinen, Dachplatten, Ziegelstücken oder Kieseln – diese mussten an einem Grenzstein zusammenpassen – sowie Glas, Topf- oder Porzellanscherben, Münzen oder auch mit dem Boden nach oben vergrabene Glasflaschen verwendet.

Für das Verlegen der Zeugen unter die Grenzsteine waren die Feldgeschworenen (in Poltringen „Untergänger“ genannt) zuständig. Sie entschieden bei Grenzstreitigkeiten mit Hilfe ihres „Zeugengeheimnisses“ über den Standort eines Steins. Bei der Verzeugung durfte daher außer den Untergängern niemand zugegen sein. Zu ihren Aufgaben gehörte auch der Grenzgang, bei dem in regelmäßigem Turnus der Grenzverlauf abgegangen und Grenzsteine kontrolliert wurden.

Wer einen solchen Poltringer Grenzsteinzeugen aus Ton abzugeben hat oder andere Motive kennt, kann sich gerne beim Autor melden.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Die Grenzbeschreibung von 1767“

Eines der ältesten Dokumente im Poltringer Ortsarchiv ist eine Beschreibung der Grenzen der Gemarkung, der Grenzsteine und deren Lage von 1767. Dass es nur wenige Dokumente gibt, die älter als 1800 sind, liegt wahrscheinlich daran, dass es Ende des 18. Jahrhunderts zu einem Brand des Poltringer Rathauses kam, dem wohl leider fast alle Unterlagen und beim Wiederaufbau übrigens auch der früher bestehende Turm des Rathauses zum Opfer fielen.

Abschlussblatt der Grenzbeschreibung mit Bestätigung, Siegeln und Unterschriften von 1767, Ortsarchiv Poltringen, B 39, Bild: B. Dieter, Juni 2020

Aus dem gebundenen Buch, das die handschriftliche und sehr sorgfältige Beschreibung der Gemarkungsgrenzen beinhaltet, finden Sie hier drei Seiten in Abschrift (Textübertragung mit Unterstützung von Joachim Renschler, Ellwangen, und Reinhold Bauer, Entringen), welche die Standorte der Grenzsteine 1 und 67 (von insgesamt etwa 100) bezeichnen und zudem die formelle Abschlussbestätigung der Grenzbeschreibung enthalten:

1. Blatt

Poltringen

Des gemeinen Fleckens allda

gantzen Zehenden -Bezircks

Zwäng und Bänn Beschreibung,

besagend

Den gantzen Um-Krayß desselben

alle Zehend – Stein und Läufer, wo

solche stehen, wie sie gezaichnet,

und wie weit je einer von dem

dem andern entfernet sey.

Nro: 1.

Angefangen wurde, in Zellg Malmen,

im Schopfenloch, bey demjenigen Stein,

so fornen an Friederich Sailers Acker am

Rhein, neben dem Weeg stehet, ist ein

alter gehauener Stein, mit einem dop-

pelten Winckelhacken, gegen Poltringen,

mit einem Eber – gegen Entringen, mit

einer Endten, und gegen Pfäffingen, mit

einem Adler, alß jeden Orths, Wappen

signirt, und mit Nro: 1. Gegen Poltringen

bezaichnet. Und dann von diesem Stein an…….. (Fortsetzung nächste Seite; Randbemerkungen von 1859 nicht übertragen)

2. Blatt

Deß gemeinen Flecken allda.

Zwäng und Bänn

Poltringen Pfäffinger Wald so fort,

zwischen Fideli Kittels von Poltringen

Ludwig Wellhäußers von Poltringen,

dem Wendelsheimer Commun Wald, und

Matthäus Wolffen von Poltringen Wald,

wo dieser viererley Wäldr von Poltringen.

Pfäffingen, Wendelsheim, und Obern-

dorfer Marckung zusammenstoßen,

auf einem ebnen Platz; Ein alter ge-

hauener Stein mit der Jahr-Zahl 1570.

Gegen Poltringen den Buchstaben B. gegen

Pfäffingen dem Buchstaben P. gegen Wendels-

heim ein W. und gegen Oberndorf mit

dem Buchstaben O. bezaichnet; Oberndorf

aber mit einer durchgehenden Kreutz Rinne

und diß ist derjenige Bannstein, wo sich

Pfäffingen von Poltringen gäntzlich

abschaidet: Von diesem Zehend – Stein gehet

es dann nach einem Wenckelhacken

zwischen Poltringen und Oberndorf.

(Randbemerkungen nicht übertragen)

3. Blatt

Poltringen

Deß gemeinen Flecken allda

Zwäng und Bänn

Gegenwärtiger Zehend-Stein, und

Gräntz- schaidungs Beschreibung,

allerseits wohl zufrieden waren, auch

bey der von gemeinschaftlichem-

hochlöbln. hiesigen Orths Resp.

Oberamt geschehenen Publication,

nicht das geringste darwider ein-

zuwenden gehabt, weßwegen sie

auf ein Sölches mit ihren eigen-

händigen Nahmens Unterschriften,

bekräfftiget und geldtend gemacht,

Signatum Poltringen den 1. ten Junii 1767

LINKE SPALTE T. Schultheis und Feldrichtere zu Reisten, Johann Michel Reichert, Martin Buchfink, Hans Jerg Haupt, Hans Martin Bühler, Jakob Bihler

RECHTE SPALTE T. Pfäffingen den 16 Junius, Schultheis und Richter Jakob Hoeckh und Untergänger, Hans Joerg Frauendiener, Hans Jakob Sautter, Jerg Höckh

Texte bei Siegeln am linken Rand:

Ex parte öster. T. Johann Evang. Sallwürkh Depu= … selbst und Poltringer Verwalter (bürgerliche Wappen mit Bündel von drei Säbeln / Ähren o.ä., neben nicht erkennbarer Helmzier Buchstaben F & E)

Ex parte Württemberg/Expedit: Rath und Staabskeller W. J. Herrmann (bürgerliche Wappen mit Stabträger / Fackelträger / Bogenschütze o.ä., Helmzier Geisbock)

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter