Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „St. Georg in der Friedhofmauer“

Wer aufmerksam die Friedhofsmauer von Poltringen an der Nordostecke zum Ort hin betrachtet und dies zu Jahreszeit tut, zu welcher der dortige Efeu noch nicht wuchert, dem fällt dort ein sehr schönes Relief auf. Dieses zeigt den mit dem Drachen kämpfenden St. Georg, der u.a. auch Schutzheiliger der Soldaten ist.

Das Relief stammt eigentlich von einem früheren Gefallenenehrenmal von 1914/18, das nicht weit vom jetzigen Standort in der Nordostmauer des Chores der St. Stephanus-Kirche außen eingelassen war. Dieses Ehrenmal wurde dann bei der Renovierung der Kirche von 1956-60 entfernt und das Relief in die Freidhofsmauer eingebaut. Beim Bau der neue Aussegnungshalle 1972 wurden die Gefallenennamen des 1. Weltkrieges dann dort wieder auf Tafeln aufgehängt.

Das Relief und das Ehrenmal wurden von Prof. Karl Kuolt (1879-1937), dem bekannten Spaichinger Künstler, geschaffen. Er war besonders gefragt für seine sakrale Gebrauchskunst wie Grabmale, Denkmäler und Kapellen. Berühmt sind zudem heute noch seine unverwechselbaren Krippenfiguren, die im Spaichinger Gewerbemuseum zu sehen sind. Diese werden immer noch in Südtirol nachgefertigt und in einer von ihm gestalteten Krippe im o.g. Museum hat er sich selbst als einer der Heiligen Drei Könige verewigt.

Leider ließen sich bisher weder im Orts-, Pfarr-, Diözesanarchiv oder im Nachlass des Künstlers Bilder des ursprünglichen Ehrenmals finden.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

Bildunterschrift: St. Georg-Relief, Nordostecke Friedhofsmauer Poltringen, Maße 150 cm breit und 70 cm hoch, Sandstein, Bild: B. Dieter, Mai 2020

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