Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Rottenburger Stadtarzt Johann Wittel“

Mindestens im Jahre 1631 war der aus Poltringen stammende Dr. med. Johann Wittel Stadtarzt von Rottenburg. Er hatte in Freiburg seit 1608 Medizin studiert. Von ihm weiß man vor allem deswegen, da er einige Bücher in seinem Besitz hatte, die bis heute überdauert haben und in denen er durch eine Inschrift als Besitzer des Buches ausgewiesen ist.

Bei den Büchern handelt es sich um wertvolle, meist theologische Inkunabeln, d.h. Bücher, die vor 1501 gedruckt wurden. Buchdruck gab es damals ja überhaupt erst seit ca. 1450. In diesen Büchern ist er folgendermaßen unterschiedlich neben meist anderen früheren oder späteren Besitzern vermerkt: „Ex libris Joan: Wittell Boltring: m. Doct:“, „Ex libris Joan: Wittelij Boltringensis M. Doct:“, „Ex libris Joan Wittelij Boltring: med: Doct:“, „Ex libris Joan: Wittelij Boltringensis med: Doctoris“ oder „Ex libris Joan: Wittelij Baltring. med. Doct.“.

Von ihm gibt es zudem in der Wurmlinger Kapelle ein im Zusammenhang mit einer jährlichen Weinspende 1631 gestiftetes Bild: „Schmerzensmann“. Es hängt an der Nordwand der Kapelle im hinteren Bereich unter der Empore auf Augenhöhe.

Ein weiterer Hinweis auf ihn ergeben drei Dokumente über Kreditverträge aus Freiburg von 1622 und 1623 (Universitätsarchiv Freiburg, Bestand A 104 Urkunden der Stiftungsverwaltung, S. 110, Nr. 504-506).

Andere Quellen über ihn haben leider nicht überdauert. Dies liegt sicher auch an den zwei Rottenburger Stadtbränden von 1644 und 1735, in denen neben großen Teilen der Altstadt viel Archivgut in Flammen aufging.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter

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