Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Die Bauopferurne von St. Klemens

Beim Bau einer Wasserleitung wurde 1928 westlich des Kirchturms von St. Klemens eine Urne mit ungeklärtem Inhalt gefunden. Sie hatte eine beachtliche Größe von 50 cm Höhe und 40 cm Breite und war mit Ornamenten geschmückt. Sie war gefüllt mit einer schwarzen, kohlartigen Humusschicht. Es könnte sich hier um Überreste von Salzbrot, Getreide oder eines Tierkörpers gehandelt haben. Die Urne datiert in das späte 14. oder wahrscheinlicher 15. Jahrhundert und von der Form her handelt es sich um ein großes Vorratsgefäß. Solche großen Vorratsgefäße mit aufgelegten, mit Fingereindrücken verzierten Verstärkungsleisten sind eher selten.

Bild des Landesdenkmalamtes Tübingen

Vielleicht war die Urne eine Bauopferurne, die beim Wiederaufbau der abgebrannten romanischen Kirche im Mittelalter eingebracht wurde, ein Schutzmittel im Volksglauben gegen Unglücke etc.. Das Gefäß könnte, was durchaus immer wieder bei mittelalterlichen Vorratsbehältern vorkommt, auch einfach ohne Bezug zu einem Gebäude oder Nutzung als Urne in den Boden eingegraben gewesen sein.

Leider ist nur noch das Bild der Urne erhalten. Die Urne selbst ist verschollen und auch der Inhalt wurde nicht naturwissenschaftlich untersucht. Neuere Nachforschungen beim Denkmalamt und der Universität Tübingen ergaben leider keine anderen Ergebnisse.

Wer hierzu noch weitere vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

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