


Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Pfäffinger Liaisons“
Folgender Fund bietet mit zwei Anekdoten Einblicke in das frühere Verhältnis des evang. Pfäffingens zum kath. Poltringen:
„Mein Mann, Eberhard Hökh (+16.5.2019), aufgewachsen in Stuttgart, stammt aus einer Pfäffinger Familie. Der Urgroßvater, Christian Ludwig Hökh (1819-1879) besaß den letzten Hof in Pfäffingen in Richtung Poltringen, heute das Anwesen von Günter Höckh. Dieser Christian Ludwig Hökh hatte eine Tochter, Maria Friederike Hökh (1855-1937), die sich in den Säger von Poltringen verliebte. Sie bekam von ihm ein Kind. Der strenge Vater verweigerte aber die Hochzeit. Es kam nicht in Frage, dass ein evangelisches Mädle einen Katholiken heiratete. Zitat: „“An mei’m Tisch werdet so viele Mäuler satt, da kommt’s auf eins mehr net an. Aber mei evangelisches Mädle derf koin katholischa Poltringer heirate!“ Es kamen ein zweites und ein drittes Kind, bis endlich der Vater die Einwilligung zur Hochzeit gab. Endlich konnte das Mädle den Matthias Ruthart (+1927) aus der Poltringer Sägmühle heiraten und hatte insgesamt 14 Kinder! So ist der Name Ruthart nach Pfäffingen gekommen.
Ihr Bruder, Rudolf Hökh, war der Großvater meines Mannes Eberhard Hökh. Er ging zum Militär, während seine Schwester im elterlichen Hof lebte. In der Zeit brannte der Hof ab. Die Angaben zur Brandursache sind uneinheitlich: Die einen sprechen vom Blitzschlag, die anderen von spielenden Kindern. Jedenfalls brannte der Hof ab. Der Großvater meines Mannes verkaufte daraufhin seine Pfäffinger Besitzungen und erwarb von dem Erlös ein Haus in Stuttgart.
Meine Schwiegermutter erzählte noch eine andere skurrile Geschichte: Ein Verwandter namens „Leclair“ hatte Streit sowohl mit den Poltringern als auch den Pfäffingern. Er muss wohl ein unglücklicher Mensch gewesen sein und beschloss, sich das Leben zu nehmen. Zu dem Zweck setzte er sich an einen Grenzstein zwischen Poltringen und Pfäffingen und erschoss sich dort, damit die Pfäffinger und die Poltringer sich stritten, wer ihn bestatten muss.“Aufgezeichnet 2019 von Irene Hahn-Hökh aus der Biegenmühle in Pfäffingen.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte ät hwv-ammerbuch punkt de).
Für die AG „Poltringer Ortsgeschichte“, Boris Dieter
Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Poltringer Häftling“
In der Regierungszeit König Friedrichs I. von Württemberg waren etwa 400 Männer auf der Festung Hohenasperg bei Ludwigsburg inhaftiert. Der Hohenasperg, der seit dem Mittelalter u.a. auch als Gefängnis und heute als Vollzugskrankenhaus dient, gilt nach einem Bonmot als der „höchste Berg Württembergs“, da man in wenigen Minuten oben ist, aber Jahre braucht, um wieder herunterzugelangen.Aus dem Jahr 1813 ist eine Gefangenenliste erhalten, in der die Namen, die Haftgründe und die Haftdauer erscheinen. In den Jahresrechnungen der Festung Hohenasperg, welche im Staatsarchiv Ludwigsburg verwahrt werden, sind die Namen der Gefangenen und die Haftdauer aufgelistet, nicht aber der Grund der Festungsstrafe.

In der o.g. Liste ist ein Poltringer zu finden: Moritz Haar, aus Poltringen, Oberamt Herrenberg, wegen Diebstahl und zweimaligem Entweichen als Sträfling, Strafmaß: 3 Jahre 9 MonateAuch ein Reustener und ein Breitenholzer Häftling waren dort 1813 zu finden.
Die gesamte Liste findet sich hier: https://eberhardfritz.de.tl/Gefangene-auf-der-Festung-Hohenasperg-1813.htm
Grundlegend für das Thema ist der Aufsatz von Eberhard Fritz „Auf die Vestung Hohen-Asperg condemnirt“ – Leben und Alltag der Gefangenen in der Regierungszeit Friedrichs von Württemberg (1797 – 1816) in: Ludwigsburger Geschichtsblätter 67/2013. S. 67-92.
Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte ät hwv-ammerbuch punkt de).
Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter
Neuer Wein und Zwiebelkuchen aus‘m Backhäusle
Am Sonntag 06.10.2019 gibt es ab 11 Uhr in der Palmberghütte Poltringen zum neuen Wein wieder leckeren Zwiebelkuchen aus’m Backhäusle. Die gesamte Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf viele Gäste.
Bitte vormerken: nächstes Treffen der Arbeitsgemeinschaft
Das nächste Treffen der Arbeitsgemeinschaft Poltringer Heimatgeschichte findet am 22. Oktober 2019 ab 18:30 Uhr in der Palmberghütte statt. Das Thema wird „Schule im Schloss“ sein. Nachfolgend für alle Interessierten eine Information des Bürgerverein Ammerbuch: „Herr Hess, Ortsvorsteher in Poltringen, hat den Bürgerverein Ammerbuch offiziell eingeladen, in der nächsten Sitzung des Ortschaftsrats unser museales Konzept vorzustellen. Termin: Mittwoch, 2. Oktober 2019 ca. 20:00 Uhr im Rathaus Poltringen (davor tagt der Ortschaftsrat bereits ab 19:00 Uhr zu anderen Themen, ab ca. 20:00 Uhr bekommen wir das Wort). Herr Hess will dann in der nächsten Sitzung (November?) im Gremium beraten, in wie fern der Ortschaftsrat unser Projekt unterstützt, unter anderem in Form einer Empfehlung an den Gemeinderat, mit uns einen Pachtvertrag für die rechte Scheunenanteile abzuschließen. “Es wäre klasse, wenn viele Leute zu dieser Ortschaftsratsitzung kommen könnten! Schließlich geht es um unsere Schlossscheune, die die Gemeinde Ammerbuch verkaufen will! Tragt den Termin mal in Euren Kalender ein und kommt am 2. Oktober 2019 ins Rathaus! Liebe Grüße Margot Sailer
Katrin Flaisch | Schriftführerin
Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – „Bunker in Poltringen“

In Poltringen gab es während des letzten Weltkrieges etliche Bunker zum Schutz vor Luftangriffen. Zum Glück gab es während des Krieges nur einen Luftangriff am 19.04.1945 (siehe dazu der Amtsblattartikel vom 08.11.18), der zwei Auswärtigen das Leben kostete, aber es gab unzählige Luftalarme. Zum Kriegsende hin war dies fast täglich mehrmals der Fall. Luftschutzalarm erfolgte durch eine Sirene auf dem alten, heute abgebrochenen Rathaus. Die Vorwarnzeit betrug allerdings nur wenige Minuten.
Die (Tief-) Bunker waren entweder tieferliegende bestehende Kellerräume, neuerrichtete Erdbunker oder in den Berg gegrabene Gänge. Hochbunker gab es keine in Poltringen. In Poltringen gab es nur private Bunker und keine öffentlichen Schutzanlagen, die Nutzung erfolgte aber gemeinschaftlich im Nachbarschaftsverbund, sodass für alle Einwohner mehr oder weniger Schutzmöglichkeiten bestanden. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter (ca. 60 / 10% der Bevölkerung) durften offiziell die Bunker allerdings bei Strafe nicht nutzen; die praktische Umsetzung im Ort war aber oft zum Glück anders.
Der Bunkerbau begann in Poltringen wahrscheinlich zu Kriegsbeginn 1939 und endete erst 1945. Als sicherster Bunker galt wohl der Kellerraum der Schlossscheuer, der heute noch als Keller in Nutzung ist und aus dem 16. Jahrhundert stammt. Heute besteht kein Bunker mehr in seiner ursprünglichen Funktion.
Die Bunker waren teilweise auch mit Betten eingerichtet. Oft erfolgte eine Nutzung nicht nur temporär bei Luftalarm, sondern auch bei häufigen Luftalarmen dauerhafter. Nach dem Einmarsch der Franzosen mussten einige Familien zudem dort auch längere Zeit wohnen, da die Besatzer die eigentlichen Wohnräume für sich beanspruchten. Weitere Nutzungen waren oft auch als Lager für Lebensmittel oder landwirtschaftliche Zwecke.
Eine Ermittlung der ursprünglichen Lage der Bunker erfolgte durch Armin Haar. Wo diese lagen, zeigt die nachfolgende Karte.
Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte ät hwv-ammerbuch punkt de).
Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter
Frühwanderung zur Schaukanzel (Hirschbrunft) am Samstag, 28.09.19
Um 5.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Hirschbrunft in den Schönbuch.Treffpunkt wie immer am Rathaus. Taschenlampe nicht vergessen.Gastwanderer können am Parkplatz Saurucken in Entringen zustoßen.Anschließend treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Frühstück im Hotel Schmoll in EntringenWF: Gerold Sailer
Neuer Wein und Zwiebelkuchen aus‘m Backhäusle
Am Sonntag 06.10.2019 gibt es ab 11 Uhr in der Palmberghütte Poltringen zum neuen Wein wieder leckeren Zwiebelkuchen aus’m Backhäusle. Die gesamte Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf viele Gäste.

Arbeitseinsatz bitte vormerken
Am Freitag 20.09.2019 werden wir ab 14 Uhr auf unserem Vereinsgelände dringend notwendige Arbeiten an der Außenanlage durchführen. Bitte liebe Vereinsmitglieder haltet diesen Termin im Terminkalender fest und unterstützt mit Eurem Einsatz die Erhaltung unserer Vereinseinrichtungen.
Katrin Flaisch | Schriftführerin
Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Sage vom Schatz in der Raosen
„Bei Poltringen, zwischen Pfäffingen und Oberndorf, soll in der »Raosen*«, einem Wasserloch, ein Schatz verborgen liegen.“
*Raosen, ggf. von mhd. „rozze“, Lache, wasserreiche Mulde; es gibt in dem Bereich einen direkt in den Aischbach(-graben) fließenden Brunnen („Gäßle-Brünnele“), der aus uralter steingemauerter Wasserleitung gespeist wird, die in Richtung Oberndorfer oder Heidenwald führt, und wie die Quelle seltsamerweise bis heute auf keiner, auch nicht historischer, Karte verzeichnet ist. Vielleicht besteht hier Bezug zu Sage?

Aus „Sagen, Märchen, Volksaberglauben – Volksthümliches aus Schwaben Band 1“ von Anton Birlinger / Michael Richard Buck von 1861; Sage ist mündlich überliefert.
Wer weitere (noch undokumentierte) Poltringer Sagen kennt oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte ät hwv-ammerbuch punkt de).
Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter
Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Sage vom Muotisheer*

„Ein alter Lehrer in Hirschau erzählte oft, wie er einmal noch spät von Poltringen heim sei nach Hirschau. Zwischen Pfäffingen und Poltringen sei es eben gewesen: da hörte er plötzlich ein furchtbares Jagen und Rufen und verworren Schreien. Er sprang über Hals und Kopf, um noch zu dem nächsten Feldkreuz zu kommen. Aber im Nu rief’s schon hinter ihm her:
“Hû, hû, hû,“
“Auss əm Wëəg!“
Glücklicherweise hatte er das Kreuz erreicht und so gewaltig umklammert, als ob er angewachsen wäre. In dem nämlichen Augenblicke zog eine große Schar Reiter auf Schimmeln und Rappen an ihm vorbei, die Reiter alle ihre Köpfe unter dem Arm. Er kam glücklich davon; hätte er das Kreuz nicht erreicht, so wär’s ihm gewiß nicht gut gegangen.“
*Muotis- oder Wuotisheer oder wilde Jagd: u.a. Sturm der in Tagen der Tag- und Nachtgleiche den Frühling ankündigt oder baldigen großen Krieg, auch in Verbindung mit Odins / Wotans wütendem Heer oder Existenz eines Geisterheeres, das sich in der Nacht erbitterte Kämpfe liefert
Aus „Sagen, Märchen, Volksaberglauben – Volksthümliches aus Schwaben Band 1“ von Anton Birlinger / Michael Richard Buck von 1861; Sage ist mündlich überliefert.
Wer weitere (noch undokumentierte) Poltringer Sagen kennt oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte ät hwv-ammerbuch punkt de).
Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter
Arbeitseinsatz bitte vormerken
Am Freitag 06.09.2019 und Samstag 07.09.2019 jeweils ab 9 Uhr werden wir in unserer Palmberghütte einen Großputz machen. Dazu sind viele helfende Hände gefragt. Bitte liebe Vereinsmitglieder haltet diesen Termin im Terminkalender fest und unterstützt mit Eurem Einsatz die Erhaltung unserer Vereinseinrichtungen.
Hüttenbetrieb Dienstagstreff
Der nächste Dienstagstreff findet am 03.09.2019 ab 15:00 Uhr in der Palmberghütte statt.
Auf viele gutgelaunte Gäste freuen sich Moni, Gabi und Wolfgang.