{"id":3418,"date":"2025-07-15T12:30:18","date_gmt":"2025-07-15T12:30:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=3418"},"modified":"2025-09-02T12:32:14","modified_gmt":"2025-09-02T12:32:14","slug":"3418","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=3418","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eweitere Urfehde\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1503 gibt es eine Urkunde im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv \u00fcber einen Michel Ul aus Poltringen, in der er Urfehde schw\u00f6rt (Signatur A 44 U 898).<br>Die Urfehde oder Unfehde, der Verzicht auf Fehde oder Rache am Gegner, begegnet man im Mittelalter als Streiturfehde und als Hafturfehde. Die Streiturfehde beendete eine begonnene oder angedrohte Fehde, w\u00e4hrend im Zuge einer Hafturfehde ein freigelassener H\u00e4ftling eidlich versprach, sich nicht an den f\u00fcr seine Verhaftung Verantwortlichen zu r\u00e4chen. Der Delinquent anerkannte die Strafw\u00fcrdigkeit seines Vergehens oder Verbrechens und schwor sich nach der Haftentlassung weder am Gerichtsherrn noch bei seinen Dienern und Beamten zu r\u00e4chen. Zugleich anerkannte er mit der Urfehde die ihm auferlegte Strafe. Im Sp\u00e4tmittelalter und in der Fr\u00fchen Neuzeit war vor allem die Hafturfehde von Bedeutung. Fast alle inhaftierten Personen wurden nur mit einer schriftlich beurkundeten Urfehde entlassen und unter Strafe gestellt. Heute ist damit die Bew\u00e4hrungsstrafe vergleichbar. Die Urfehde beruht auf den Blutrachevorstellungen der Germanen, bei denen der Streit durch eine eidliche Vertragsform beigelegt wurde.<br>Zusammengefasster Inhalt des besch\u00e4digten Pergaments:<br>\u201eMichel Ul von Poltringen, Tochtermann des Michel Huss von G\u00fcltstein, gefangengesetzt wegen n\u00e4chtlichen Diebstahls eines Spie\u00dfes, verspricht, die entstandenen Kosten zu tragen und schw\u00f6rt Urfehde.<br>1503 Dezember 20 (Mittwoch am Abend des Thomastages)<br>Siegler: Peter Bock und Hans Somenhart, B\u00fcrger zu Calw\u201c<br>Warum Michel Ul einen Spie\u00df gestohlen hat, ist leider unbekannt.<br>Eine Familie Ul (oder \u00e4hnliche Benennung) ist in Poltringen erstmals im 14. Jahrhundert schriftlich nachweisbar. So sind im Bebenh\u00e4user Urbar von 1356, dem ersten Gesamtverzeichnis der j\u00e4hrlichen Einnahmen des Klosters Bebenhausen als Abgabenschuldner oder Anlieger die Familien Uolen (Uhlen), Uloni (\u00dchloni) und Uelen de Bernhusen (\u00dchlen von Bernhausen) genannt. Im w\u00fcrttembergischen Sch\u00f6nbuch-Urbar von 1383 ist bez\u00fcglich Waldnutzungsrechten und Eink\u00fcnfte eine Familie Uel erw\u00e4hnt. Ob diese mit Michel Ul zu tun haben, ist leider nicht nachweisbar.<br>Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als \u201eFundst\u00fccke\u201c beitragen m\u00f6chte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).<br>F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Ortsgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"472\" src=\"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/HWV-AG-weitere-Urfehde.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3419\" srcset=\"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/HWV-AG-weitere-Urfehde.jpg 605w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/HWV-AG-weitere-Urfehde-300x234.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eweitere Urfehde\u201c Von 1503 gibt es eine Urkunde im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv \u00fcber einen Michel Ul aus Poltringen, in der er Urfehde schw\u00f6rt (Signatur A 44 U 898).Die Urfehde oder Unfehde, der Verzicht auf Fehde oder Rache am Gegner, begegnet man im Mittelalter als Streiturfehde und als Hafturfehde. 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