{"id":3261,"date":"2024-05-30T08:47:02","date_gmt":"2024-05-30T08:47:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=3261"},"modified":"2024-05-30T08:55:53","modified_gmt":"2024-05-30T08:55:53","slug":"3261","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=3261","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eUrfehde\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1533 gibt es eine Urkunde im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv eines Jorg Maurer aus Poltringen, in der er Urfehde schw\u00f6rt (Hauptstaatsarchiv Stuttgart Signatur J 13 U 86).<br>Die Urfehde oder Unfehde, der Verzicht auf Fehde oder Rache am Gegner, begegnet man im Mittelalter als Streiturfehde und als Hafturfehde. Die Streiturfehde beendete eine begonnene oder angedrohte Fehde, w\u00e4hrend im Zuge einer Hafturfehde ein freigelassener H\u00e4ftling eidlich versprach, sich nicht an den f\u00fcr seine Verhaftung Verantwortlichen zu r\u00e4chen. Der Delinquent anerkannte die Strafw\u00fcrdigkeit seines Vergehens oder Verbrechens und schwor, sich nach der Haftentlassung weder am Gerichtsherrn noch bei seinen Dienern und Beamten zu r\u00e4chen. Zugleich anerkannte er mit der Urfehde die ihm auferlegte Strafe. Im Sp\u00e4tmittelalter und in der Fr\u00fchen Neuzeit war vor allem die Hafturfehde von Bedeutung. Fast alle inhaftierten Personen wurden nur mit einer schriftlich beurkundeten Urfehde entlassen und unter Strafe gestellt. Heute ist damit die Bew\u00e4hrungsstrafe vergleichbar. Die Urfehde beruht auf den Blutrachevorstellungen der Germanen, bei denen der Streit durch eine eidliche Vertragsform beigelegt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Text des Pergaments:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>\u201eJorg Maurer (Muwrer) von Poltringen schw\u00f6rt nach seiner Entlassung aus dem Gef\u00e4ngnis im Turm zu Horb, in das er wegen gewaltsamer Entf\u00fchrung der Frau seines Dienstherrn, des Walkm\u00fcllers Jacob Folgk zu Horb, namens Margarethe Schn\u00e4blerin und wegen ausgesto\u00dfener, lebensgef\u00e4hrlicher Drohungen gegen seinen Herrn gekommen war, Urfehde gegen K\u00f6nig Ferdinand, dessen Erben, Haupt- und Amtleute, R\u00e4te und Diener sowie die Stadt Horb.<br>1533 Juni 20 (freiitag nach sant Veits des hailligen martiers tag von geburt Cristi unsers lieben hern als man zalt funffzehenhundert dreissig und drii iar)<br>Siegler: Junker Jheronimus Ifflinger von Graneck zu Horb\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Warum Jorg Maurer die Frau seines Dienstherrn entf\u00fchrt hat und ihm massiv gedroht hat, war bisher leider nicht zu recherchieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Familienname Maurer ist in Poltringen erstmals im 14. Jahrhundert schriftlich nachweisbar. So ist im Bebenh\u00e4user Urbar von 1356, dem ersten Gesamtverzeichnis der j\u00e4hrlichen Einnahmen des Klosters Bebenhausen als Abgabenschuldner oder Anlieger ein Bertoldi M\u00farer (Berthold Maurer) genannt. Im w\u00fcrttembergischen Sch\u00f6nbuch-Urbar von 1383 ist bez\u00fcglich Waldnutzungsrechten und Eink\u00fcnfte ein Haintz der Murer (Heinz Maurer) erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als \u201eFundst\u00fccke\u201c beitragen m\u00f6chte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte \u00e4t hwv-ammerbuch punkt de).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Ortsgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eUrfehde\u201c Von 1533 gibt es eine Urkunde im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv eines Jorg Maurer aus Poltringen, in der er Urfehde schw\u00f6rt (Hauptstaatsarchiv Stuttgart Signatur J 13 U 86).Die Urfehde oder Unfehde, der Verzicht auf Fehde oder Rache am Gegner, begegnet man im Mittelalter als Streiturfehde und als Hafturfehde. 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