{"id":3174,"date":"2023-09-14T18:51:00","date_gmt":"2023-09-14T18:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=3174"},"modified":"2023-09-20T18:54:33","modified_gmt":"2023-09-20T18:54:33","slug":"3174","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=3174","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eDie Poltringer Grenzsteine und die historische Gemarkungsgrenze\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem neuen \u201eGrenzstein-Refugium\u201c am Ortsrand von Entringen sind mittlerweile weitere Aktivit\u00e4ten entstanden, wie die digitale Erfassung der alten Gemarkungsgrenzen der Ammerbucher Ortsteile (GPS-Dateien auf Homepage B\u00fcrgerverein Ammerbuch) und die begonnene Transkribierung der Grenzbeschreibungen meist aus dem 18. Jahrhundert. Man kann nun mittels z.B. Google Maps die alte Poltringer Gemarkungsgrenze auf 13,8 km (= \u201eSumma 2968 Ruthen, 3 Schue, 9 Zoll\u201c) erwandern und diese mit der Grenzbeschreibung von 1767 (Titel: \u201eDes gemeinen Fleckens allda gantzen Zehenden &#8211; Bezircks Zw\u00e4ng und B\u00e4nn Beschreibung\u201c) nachvollziehen. Das Dokument ist eines von nur einer Handvoll Dokumenten, die \u00e4lter sind als der Brand des Poltringer Rathauses 1783, dem das komplette Ortsarchiv zum Opfer fiel. Von den dort genannten 98 Haupt-Grenzsteinen und \u00e4hnlich vielen \u201eL\u00e4ufern\u201c (Zwischengrenzsteine) gibt es aber nur etwa 40.<br>Der Poltringer Grenzstein Nr. 1 stand in der N\u00e4he des K\u00e4sbaches am Schopfenloch zwischen den heutigen Schienen der Ammertalbahn und dem dortigen Regenr\u00fcckhaltebecken. Er war wohl deswegen als Nr. 1 gew\u00e4hlt worden, da er als \u201eDreim\u00e4rker\u201c besonders sch\u00f6n war und auf allen Seiten Inschriften trug: Richtung Poltringen mit einem Eber als Poltringer Fleckenzeichen und einer \u201e1\u201c, gegen Entringen mit einer Ente als deren Fleckenzeichen, gegen Pf\u00e4ffingen mit einem Adler als Wappenzeichen der Familie von G\u00fcltlingen und auf der vierten Seite mit dem Wappenzeichen der Familie von Ehingen, Besitzer des Bergschlosses Oberpoltringen, einem doppelten Winkelhaken. Der Grenzstein war gleichzeitig auch der Grenzstein Nr. 8 der Entringer Grenzbeschreibung und Nr. 104 der Pf\u00e4ffinger Grenzbeschreibung.<\/p>\n\n\n\n<p>Wei\u00df jemand etwas \u00fcber seinen Verbleib? Beim Ablaufen der Gemarkungsgrenze waren leider weder der Grenzstein Nr. 1 noch die weiteren 21 vor 250 Jahren beschriebenen Grenzsteine und zus\u00e4tzlichen L\u00e4ufersteine zu finden. Diese markierten den Grenzverlauf vom K\u00e4sbach, \u00f6stlich am Poltringer Wasserwerk und Lidl vorbei, mittig durch den hinteren Pf\u00e4ffinger Sportplatz an die Ammer auf H\u00f6he der Pf\u00e4ffinger Stra\u00dfe \u201eBiegenm\u00fchle\u201c und dann lange an der Ammer entlang Richtung Poltringen. Dort \u00fcberquert die Gemarkungsgrenze die heutige Ammer und l\u00e4uft Richtung Heidenwald den Berg hinauf. Der erste Grenzstein, der auffindbar war, ist auf der s\u00fcdlichen Ammerseite auf halber Strecke zum Heidenwald im Gewann \u201eLichtenberg\u201c der Grenzstein Nr. 22.<br>Im Heidenwald finden sich mehr Grenzsteine und L\u00e4ufer, aber auch nicht mehr alle. Besonders schade ist, dass es den \u201eVierm\u00e4rker\u201c, an dem sich die Grenzen von Poltringen, Pf\u00e4ffingen, Wendelsheim und Oberndorf trafen, im Waldgewann Vogelsang ebenfalls nicht mehr gibt. Auch zwischen Heidenwald und Reusten gibt es nur noch zwei von fr\u00fcher etwa 30 Grenzsteinen. Diese beiden stehen rechts und links der Landstra\u00dfe nach Oberndorf am Ende der Steigung. Von dort bis zum Beginn der Gemarkungsgrenze zu Entringen war \u00fcberhaupt kein Grenzstein oder L\u00e4ufer von fr\u00fcher etwa 80 auffindbar. Insgesamt gibt es von den 98 Haupt-Grenzsteinen nur noch 19. Von den 148 L\u00e4ufern sind nur noch 25 auffindbar. D.h. circa 200 Grenzsteine und L\u00e4ufer sind von 1767 bis heute verschwunden.<br>Auffindbar sind die Grenzsteine zum einen wegen der Lage direkt auf der Gemarkungsgrenze und zum anderen durch den in der Grenzbeschreibung aufgef\u00fchrten Abstand zum vorhergehenden und n\u00e4chsten Grenzstein in \u201eRuthen\u201c (altw\u00fcrttembergische Rute mit ca. 4,6 m = 16 Schuh) und \u201eSchuen\u201c (w\u00fcrttembergischer Schuh mit ca. 0,29 m = 12 Zoll).<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Heimatgeschichte\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Boris Dieter<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HWV-AG-Grenzsteine-und-Gemarkungsgrenze-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3175\" width=\"384\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HWV-AG-Grenzsteine-und-Gemarkungsgrenze-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HWV-AG-Grenzsteine-und-Gemarkungsgrenze-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HWV-AG-Grenzsteine-und-Gemarkungsgrenze-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HWV-AG-Grenzsteine-und-Gemarkungsgrenze.jpg 1386w\" sizes=\"auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Grenzstein an Grenze zwischen Poltringen und Pf\u00e4ffingen Richtung Heidenwald mit dem Alt-Wolkensteinischen Wappen (Wappenschild viergeteilt: Wolken- und Bergspitzensymbol) und oben der Nummer \u201e22 (=ZZ)\u201c, Alter unbekannt (sicher vor 1700), Bild: B. Dieter, Mai 2023<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eDie Poltringer Grenzsteine und die historische Gemarkungsgrenze\u201c Aus dem neuen \u201eGrenzstein-Refugium\u201c am Ortsrand von Entringen sind mittlerweile weitere Aktivit\u00e4ten entstanden, wie die digitale Erfassung der alten Gemarkungsgrenzen der Ammerbucher Ortsteile (GPS-Dateien auf Homepage B\u00fcrgerverein Ammerbuch) und die begonnene Transkribierung der Grenzbeschreibungen meist aus dem 18. Jahrhundert. 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