{"id":2810,"date":"2022-10-22T20:22:30","date_gmt":"2022-10-22T20:22:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2810"},"modified":"2023-02-04T20:14:07","modified_gmt":"2023-02-04T20:14:07","slug":"2810","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2810","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eDas Wasserschloss vor dem schickhardtschen Umbau\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Etwa zur selben Zeit als das \u201eevang.\u201c Poltringer Bergschloss gebaut wurde (1613), wurde auch das \u201ekath.\u201c Wasserschloss umgebaut (1608). Beide Bauma\u00dfnahmen liefen interessanterweise jeweils unter der Leitung von Heinrich Schickhardt, dem Hofbaumeister des Herzogtums W\u00fcrttemberg, der zu Poltringen noch weitere bauliche und pers\u00f6nliche Bez\u00fcge hatte. Daher ist Poltringen-Ammerbuch heute auch Teil der Europ\u00e4ischen Kulturstra\u00dfe \u201eHeinrich Schickhardt\u201c, die von der Schweiz \u00fcber Frankreich bis in unsere Region f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Zeit nach dem Umbau gibt es einige Bilder und das Schloss hat bis heute dieses \u00e4u\u00dfere Aussehen beibehalten. F\u00fcr das Aussehen des Schlosses vor dem Umbau ist bisher nur ein einziges, hier gezeigtes Bild bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Aquarell des Wasserschlosses eines unbekannten Zeichners von Norden, das vor 1608 und ggf. schon im 16. Jahrhundert entstanden sein muss, ist Teil eines Aktenb\u00fcndels. Diese Dokumentensammlung betrifft die jahrzehntelang dauernden Verhandlungen zwischen \u00d6sterreich und W\u00fcrttemberg zu den komplizierten Besitzverh\u00e4ltnissen vor Ort, die sich durch die Herrschaftsrechte der beiden religi\u00f6s verfeindeten Nachbarl\u00e4nder in Poltringen ergaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sieht auf dem steinernen Sockelgescho\u00df der vierfl\u00fcgelig angelegten alten Wasserburg, das Schickhardt f\u00fcr den Nachfolgerbau \u00fcbernahm, einen einst\u00f6ckigen Fachwerkaufsatz sitzen. Das Bild enth\u00e4lt bei n\u00e4herer Betrachtung einige interessante Details, die so bisher nicht bekannt waren. Die Geb\u00e4ude und Gel\u00e4ndegegebenheiten tragen zudem meist eine Beschriftung. Diese lautet transkribiert im Uhrzeigersinn beginnend oben, im Norden mit dem Keller auf der anderen Ammerseite beginnend folgenderma\u00dfen (Transkription: Dieter Christ, Boris Dieter und Reinhold Bauer):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"989\" src=\"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/HWV-AG-Wasserschloss-vor-Umbau-1024x989.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2811\" srcset=\"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/HWV-AG-Wasserschloss-vor-Umbau-1024x989.jpg 1024w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/HWV-AG-Wasserschloss-vor-Umbau-300x290.jpg 300w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/HWV-AG-Wasserschloss-vor-Umbau-768x742.jpg 768w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/HWV-AG-Wasserschloss-vor-Umbau-311x300.jpg 311w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/HWV-AG-Wasserschloss-vor-Umbau.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hauptstaatsarchiv Stuttgart B 33 B\u00fc 144<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Am oberen Bildrand: \u201ealles Wolken &#8211; &#8211; steinische &#8211; &#8211; \u00c4cker\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Keller: \u201eder alte Keller, im Lehenbrief bemelt (genannt)\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00fchle: \u201edie eingenommene M\u00fcle\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Geb\u00e4ude: \u201eSawstegen\u201c (Saustall, die drei zugeklappten Futtertr\u00f6ge sind erkennbar)<\/li>\n\n\n\n<li>Scheuer: \u201eScheuer zum Schlo\u00df\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Acker: \u201eAcker, der im Lehenbrief in\u00dferirt\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Weg nach Oberndorf: \u201eFu\u00dfpfad zu der M\u00fchle, \u00fcber \u00f6sterreichisch Acker\u201c (Ammerbr\u00fccke gab es wohl schon seit mindestens ca. 1600)<\/li>\n\n\n\n<li>Ammer: \u201eDas Wasser die Ammer genannt, so die M\u00fchl treibt und allein Wolkenstein zugeh\u00f6rig\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Schlo\u00dfscheuer: \u201eDer neue Bau\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Westlicher Banngarten: \u201eBaumgarten so Eigentumb\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Innenhof: \u201eDer Schlo\u00dfhof, darinnen die Fron all den Inhabern des Schlo\u00dfes zugeh\u00f6rig, auch einzig allein von denselben eingezogen werden und der Burgfrid ist\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Pferdestall und Scheune: \u201eRo\u00dfstall und Kornsch\u00fctte zum Schlo\u00df\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Stra\u00dfe nach Reusten: \u201eStra\u00df zu d Pfarrkirch undt Closter\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Weinberge: \u201eWolkensteinische Weing\u00e4rten\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Schlo\u00dfweinberg- \/ Tal\u00e4ckerstra\u00dfe: \u201eStra\u00df auf die \u00c4cker\u201c (gegen\u00fcber der dort eingezeichneten etwaigen Kelter ist ein bisher unbekannter Keller- oder Stolleneingang eingezeichnet, eventuell der \u201eneue Keller\u201c im Bau?)<\/li>\n\n\n\n<li>Hottenberg: \u201ealle Wolken \u2026. stein \u2026. nische \u2026. \u00c4cker\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Scheune: \u201eScheuer\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Wassergraben: \u201eSchlo\u00dfgraben\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Hauptstra\u00dfe: \u201eStra\u00df zwischen den Weingarten so \u00f6sterreichisch und diselben Garten, dar\u00fcber man zu der M\u00fchle fahren mu\u00df\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Backhaus: \u201eBackhaus zum Schlo\u00df, auch im Lehenbrief\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Taubenhaus und Roggensch\u00fctte: \u201eTaubenhaus und Rokkensch\u00fctte\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Zusatztext unten links: \u201eDieser Abriss ist, nach und gegen Mittag, abgerissen und gemalt worden\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Weinberge: \u201eWeingarten welche im Lehenbrief specificirt\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Schlo\u00df: \u201eDas Schloss welches im Lehenbrief specifizirt und sehr bauf\u00e4llig\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>\u00d6stlicher Banngarten: \u201eBaumgarten im Lehenbrief angezogen\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Blasenbergstra\u00dfe: \u201eRuina der gewesten M\u00fcl bei der Burg zu Boltringen\u201c (hier ist ein Steg \u00fcber die Ammer zu sehen und dort stand fr\u00fcher die dritte M\u00fchle von Poltringen neben der Schlossm\u00fchle und der sp\u00e4teren S\u00e4gm\u00fchle unten im Ort)<\/li>\n\n\n\n<li>Aiblestra\u00dfe\/Ammerbegleitweg: \u201eFu\u00dfpfad zum Dorff\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als \u201eFundst\u00fccke\u201c beitragen m\u00f6chte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte \u00e4t hwv-ammerbuch punkt de).<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Ortsgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eDas Wasserschloss vor dem schickhardtschen Umbau\u201c Etwa zur selben Zeit als das \u201eevang.\u201c Poltringer Bergschloss gebaut wurde (1613), wurde auch das \u201ekath.\u201c Wasserschloss umgebaut (1608). 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