{"id":2668,"date":"2020-08-02T14:42:05","date_gmt":"2020-08-02T14:42:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2668"},"modified":"2023-02-04T20:22:49","modified_gmt":"2023-02-04T20:22:49","slug":"2668","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2668","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201ePoltringer Sch\u00f6nbuchwald\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gemeinde Poltringen geh\u00f6rte fr\u00fcher im Sch\u00f6nbuch ein gro\u00dfes Waldst\u00fcck. Dieses hatte die Gemeinde 1820 in Abl\u00f6sung ihrer jahrhundertealten Rechte als einer der historisch \u00fcber 160 \u201eSch\u00f6nbuchgenossen\u201c vom K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg erhalten. Sie hatte als Nutznie\u00dfer der \u201eSch\u00f6nbuchgerechtigkeit\u201c damals intensive Nutzungsrechte am gesamten Waldgebiet mit verbrieften Anspr\u00fcchen z.B. auf Waldweide (Vieh, Schafe und Schweine), Holzschlag, Stein, Sand, Ton und Laubstreu. Diese Rechte wurden dann ersetzt durch Zuteilung eines definierten Waldanteils, der allerdings eine Exklave zum \u00fcbrigen Gemeindegebiet darstellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser \u201eKommune-Wald\u201c lag nordnordwestlich von Schloss Hohenentringen und umfasste 88 Morgen Wald (je nach Umrechnung circa 0,28 Quadratkilometer \/ 28 Hektar). Er lag sehr wahrscheinlich, da in diversen angefragten Archiven inklusive des von ow-wachendorf`schen Familienarchiv keine Karten mehr existieren, in den auf der Karte rot markierten Bereichen \u201eSchlosshau\u201c und \u201eWeinsteigle \/ Taubenheimer Wald\u201c s\u00fcdlich des Sauruckens (Flurst\u00fccke 3157 und 4790). Die Herrenberger Oberamtsbeschreibung von 1855 berichtet dazu Folgendes: \u201eAn Waldungen erhielt die Gemeinde vom Staat im Jahre 1820 f\u00fcr eine Sch\u00f6nbuchsgerechtigkeit 88 Morgen, von denen 1\/3 mit Forchen kultivirt wurde; dermalen liefern dieselben alle 2\u20133 Jahre etwa 2700 St\u00fccke Wellen oder 4\u20136 Klafter Holz, welche an die B\u00fcrgerschaft vertheilt werden. \u00dcberdie\u00df besitzen noch 2\/3 der Gemeindeangeh\u00f6rigen etwa 80 Morgen Privatwaldungen, so da\u00df einem B\u00fcrger 1\/4\u20132 Morgen zukommen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Gemeinde sich durch den Kauf des Schlosses und des Schlossgutes 1890 hoch verschuldete, wurde dieser Wald dann nach nur 70 Jahren im selben Jahr an die Familie von Ow-Wachendorf f\u00fcr 30.000 Mark verkauft (ca. heute 192.000 Euro). Sie war seit 1877 Eigent\u00fcmer des Schlosses und Hofgutes Hohenentringen und konnte so ihren Besitz um Hohenentringen erg\u00e4nzen. Auf dem Gro\u00dfteil des ehemaligen Poltringer Sch\u00f6nbuchwaldes wurde dann 2011 von der Familie von Ow-Wachendorf mit der Friedwald GmbH der Ammerbucher \u201eFriedwald\u201c eingerichtet. Seit dem Verkauf 1890 hat Poltringen keinen Waldbesitz mehr im Sch\u00f6nbuch und nur noch kleinere Waldst\u00fccke im \u201eHeidenwald\u201c Richtung Pf\u00e4ffingen und im \u201eVogelsang\u201c und \u201eTannenrain\u201c Richtung Oberndorf.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/HWV-AG-Poltringer-Sch\u00f6nbuchwald-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2669\" srcset=\"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/HWV-AG-Poltringer-Sch\u00f6nbuchwald-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/HWV-AG-Poltringer-Sch\u00f6nbuchwald-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/HWV-AG-Poltringer-Sch\u00f6nbuchwald-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/HWV-AG-Poltringer-Sch\u00f6nbuchwald-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/HWV-AG-Poltringer-Sch\u00f6nbuchwald.jpg 1386w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> W\u00fcrttembergische Urkarten N.W. IV 5 (links) von 1832 und N.W. IV 4 (rechts) von 1823, Staatsarchiv Ludwigsburg, EL 68 VI Nr. 7299 und 7298, in rot der vermutete \u201ePoltringer Kommunewald\u201c (Hinweis durch Reinhold Bauer, Entringen), die roten Punkte mit einem P in der Mitte oben zeigen den Standort der beiden noch heute bestehenden \u201ePoltringer Grenzsteine\u201c von 1821 an (Erl\u00e4uterung in eigenem Artikel \u201ePoltringer Grenzsteine\u201c) <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>An den ehemaligen Waldbesitz Poltringens im Sch\u00f6nbuch erinnern auch noch zwei Grenzsteine mit dem Poltringer \u201eP\u201c von 1821. Der eine liegt zwischen dem Wanderparkplatz am \u201eSaurucken\u201c und dem Friedwald und markierte damals das n\u00f6rdliche Ende des Poltringer Kommunewaldes. Der andere markiert das \u00f6stlichste Ende des ehemaligen Poltringer Waldes nord\u00f6stlich von Hohenentringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Waldgrundst\u00fcck unterhalb bzw. nordwestliche von Hohenentringen weist nach bisherigem Kenntnisstand keine \u201eneuen\u201c Grenzsteine von 1821 mit Poltringer Markierung auf. Hier finden sich alte Grenzsteine mit Markierungen \u201eHE\/Hohenentringen\u201c oder \u201eAbtsstab\/PR + CB\/Pflege Roseck + Closter Bebenhausen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als \u201eFundst\u00fccke\u201c beitragen m\u00f6chte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte \u00e4t hwv-ammerbuch punkt de).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Heimatgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201ePoltringer Sch\u00f6nbuchwald\u201c Der Gemeinde Poltringen geh\u00f6rte fr\u00fcher im Sch\u00f6nbuch ein gro\u00dfes Waldst\u00fcck. Dieses hatte die Gemeinde 1820 in Abl\u00f6sung ihrer jahrhundertealten Rechte als einer der historisch \u00fcber 160 \u201eSch\u00f6nbuchgenossen\u201c vom K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg erhalten. 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