{"id":2576,"date":"2020-03-08T21:53:25","date_gmt":"2020-03-08T21:53:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2576"},"modified":"2023-02-04T20:28:06","modified_gmt":"2023-02-04T20:28:06","slug":"2576","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2576","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eBauerkriegsteilnehmer\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"833\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/HWV-AG-Bauernkriegsteilnehmer-833x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2577\" srcset=\"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/HWV-AG-Bauernkriegsteilnehmer-833x1024.jpg 833w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/HWV-AG-Bauernkriegsteilnehmer-244x300.jpg 244w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/HWV-AG-Bauernkriegsteilnehmer-768x944.jpg 768w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/HWV-AG-Bauernkriegsteilnehmer.jpg 874w\" sizes=\"auto, (max-width: 833px) 100vw, 833px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> <em>Holzschnitt Bannertr\u00e4ger &#8222;Freiheit&#8220; aus \u201eVon dem gro\u00dfen lutherischen Narren\u201c Stra\u00dfburg 1522 von Thomas Murner<\/em> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart gibt es ein Dokument (Archivalieneinheit A 44 U 3282) vom 15. Mai 1526, das einen Poltringer als Teilnehmer des \u201eDeutschen Bauernkriegs\u201c 1524-26 nennt. Ggf. wurde er in der Schlacht von B\u00f6blingen am 12. Mai 1525 gefangengenommen, in der die Bauern vernichtend geschlagen wurde:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSimon Waltz aus Poltringen, wegen seines aufr\u00fchrerischen Verhaltens w\u00e4hrend der Bauernunruhen im Turm zu Nagold gefangen, jedoch auf die F\u00fcrbitten seiner Freunde und G\u00f6nner wieder freigelassen, verspricht eidlich, keine Waffen mehr zu tragen au\u00dfer einem abgebrochenen Brotmesser, keine offene Zeche mehr zu besuchen, eine Geldstrafe von 100 fl (Florentiner = Gulden; Summe entspricht ca. 5.000 EUR) zu zahlen und sich an keinem Aufruhr mehr zu beteiligen, sondern der Obrigkeit gehorsam zu sein, und schw\u00f6rt. (Dienstag nach Exaudi)\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits am 20. April 1525 hatte sich ein Bauernhaufen in der Grafschaft Hohenberg, im Amt Herrenberg, im Sch\u00f6nbuch und im Ammertal gebildet, dem sich wahrscheinlich Simon Waltz anschloss. Sie wollten wohl die von den Aufst\u00e4ndischen in Memmingen M\u00e4rz 1525 beschlossenen durchaus moderaten \u201eZw\u00f6lf Artikel\u201c durchsetzen. Diese forderten die freie Pfarrerwahl (1), die Abschaffung des Kleinzehnten, kirchliche oder gemeinn\u00fctzige Verwendung der Gro\u00dfzehnten (2), die Aufhebung der Leibeigenschaft (3), die freie Jagd und Fischerei (4), die R\u00fcckgabe der W\u00e4lder (5), die Reduzierung der Frondienste (6), Einhaltung bestehender Besitzbedingungen (7), Neufestsetzung der Abgaben an den Grundherren (8), feste statt willk\u00fcrlicher Strafen (9), R\u00fcckgabe der Allmenden (10) und Abschaffung des Todfalls (11). Der zw\u00f6lfte Artikel erkl\u00e4rt die grunds\u00e4tzliche Bereitschaft, auf alle Forderungen zu verzichten, die dem Wort Gottes nicht gem\u00e4\u00df sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Bauernhaufen vereinigte sich dann mit dem \u201eSchwarzw\u00e4lder Haufen\u201c und dem w\u00fcrttembergischen \u201eHellen Christlichen Haufen\u201c in Herrenberg. Von dort zog man sich, nachdem die Bundestruppen des \u201eSchw\u00e4bischen Bundes\u201c am 3. Mai in Rottenburg und Wurmlingen anlangten und durch das Ammertal wohl \u00fcber die alte \u201eAmmertalstrasse\u201c an Poltringen vorbei nach Herrenberg zogen, nach B\u00f6blingen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort kam es dann am 12. Mai 1525 zur entscheidenden Schlacht, in der die einheitlich gef\u00fchrten, gut ausgebildeten, mit Artillerie sowie Kavallerie ausgestatteten  und besser bewaffneten Bundestruppen (ca. 8.000 Mann) unter Georg Truchsess von Waldburg-Zeil (genannt Bauernj\u00f6rg) das Bauernheer (ca. 15.000 Mann) unter der Leitung von Hauptmann Matern Feuerbacher, Gastwirt aus Gro\u00dfbottwar, schlugen und ca. 3.000 Aufst\u00e4ndischen den Tod brachten. Die Bundestruppen verloren in diesem Massaker nur 50 Mann. Matern Feuerbacher wurde interessanterweise in der Folge vom Kaiserliche Hofgericht freigesprochen und sp\u00e4ter K\u00fcchenmeister des Markgrafen von Baden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als \u201eFundst\u00fccke\u201c beitragen m\u00f6chte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte \u00e4t hwv-ammerbuch punkt de).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Ortsgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eBauerkriegsteilnehmer\u201c Im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart gibt es ein Dokument (Archivalieneinheit A 44 U 3282) vom 15. Mai 1526, das einen Poltringer als Teilnehmer des \u201eDeutschen Bauernkriegs\u201c 1524-26 nennt. Ggf. wurde er in der Schlacht von B\u00f6blingen am 12. 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