{"id":2493,"date":"2019-10-16T20:23:49","date_gmt":"2019-10-16T20:23:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2493"},"modified":"2023-02-04T21:33:27","modified_gmt":"2023-02-04T21:33:27","slug":"2493","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2493","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eGab es in Poltringen fr\u00fcher einen Galgen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da Poltringen als ritterschaftliches Dorf eine am Ort residierende Ortsherrschaft hatte, liegt die Vermutung nahe, dass es dort auch ein Hochgericht bzw. eine Blutgerichtsbarkeit gab. Dies war das exklusive Vorrecht der Ortsherrschaft zur Verh\u00e4ngung auch der Todesstrafe. Damit war nat\u00fcrlich auch eine Richtst\u00e4tte mit Galgen verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher gab es daf\u00fcr nur als Beleg den alten Namen eines Weges, des sog.&nbsp;<strong>Galgenwegle<\/strong>, das vom Schloss, Tal\u00e4ckerle, Betten\u00e4cker zum Galgen \/ Harth\u00e4usle f\u00fchrte und der ehemalige&nbsp;<strong>Gewannname \u201eBei dem Galgen\u201c&nbsp;<\/strong>dort. Es gab auch die Vermutung, dass es nur Galgenplatz auf Reustener Gemarkung gab (oder es dort ggf. fr\u00fcher einen weiteren Galgenplatz gab). Dieser wird dort vermutet, wo die ehemalige R\u00f6merstra\u00dfe (hier unter Feldweg s\u00fcdlich des T\u00fcrlesbronnw\u00e4ldchen Richtung Altingen verlaufend) die Landstra\u00dfe von Reusten nach Breitenholz kreuzt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/HWV-AG-Poltringer-Galgenplatz-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2494\" srcset=\"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/HWV-AG-Poltringer-Galgenplatz-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/HWV-AG-Poltringer-Galgenplatz-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/HWV-AG-Poltringer-Galgenplatz-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/HWV-AG-Poltringer-Galgenplatz-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/HWV-AG-Poltringer-Galgenplatz.jpg 1849w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Andreas Kieser \u201eForstlagerwerk\u201c 1680-1687 (in Hans-Martin Maurer und Siegwald Schiek, \u201eAlt-W\u00fcrttemberg in Ortsansichten und Landkarten von Andreas Kieser 1680-1687\u201c, Stuttgart 1985)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Rande einer Karte von&nbsp;<strong>1680-1687<\/strong>&nbsp;(\u201eForstkartenwerk\u201c von Andreas Kieser) konnte nun ein&nbsp;<strong>\u201ePoltringer Hochgericht\u201c<\/strong>&nbsp;mit einem eingezeichneten dreischl\u00e4frigen Galgen als zus\u00e4tzlicher kartografischer Beleg f\u00fcr die Poltringer Hochgerichtsbarkeit gefunden werden. Auch auf einer Karte von&nbsp;<strong>1709<\/strong>&nbsp;(&#8222;T\u00fcbinger Forst sambt dem Sch\u00f6nbuch&#8220; von Johann Majer, Bestand N 7 Nr. 41, Hauptstaatsarchiv Stuttgart) ist der Galgen noch zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser liegt nicht, wie unten auf der Karte ersichtlich, an den damaligen Verbindungsstra\u00dfen Reusten-Entringen (heute asphaltierter Feldweg) oder Reusten-Breitenholz am Hardtwald entlang (heutige Landstra\u00dfe) und auch nicht an der fr\u00fcheren Heer- \/ R\u00f6merstra\u00dfe (auf Karte nicht eingezeichnet). Das Hochgericht ist vielmehr n\u00f6rdlich vom in der oberen rechten Ecke der Karte mit dem Bergschloss (Detailbild in Amtsblattartikel vom 30.08.18 \u201eBergschloss Oberpoltringen\u201c) eingezeichneten Poltringen, wie vermutet s\u00fcd\u00f6stlich des Hardtwaldes etwa&nbsp;<strong>im Bereich der Anh\u00f6he am Harth\u00e4usle<\/strong>, wohl ein paar Meter s\u00fcd\u00f6stlich des Platzes, an dem heute die Grillstelle beim Fliegercasinospielplatz ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was auch Sinn macht, da Galgen meist so aufgestellt waren, dass sie weithin sichtbar waren um ihre Abschreckungswirkung zu unterst\u00fctzen und auch um als Herrschaftszeichen der \u00f6rtlichen Herrschaft zu dienen. Ebenso ist ein Indiz die dort solit\u00e4r stehende Lindengruppe, die ebenfalls oft im engen \u00f6rtlichen Zusammenhang mit Richtst\u00e4tten zu finden ist.Leider verbrannte dieses sehr besondere, kolorierte Forstkartenwerk im 2. Weltkrieg in Stuttgart und es gibt heute nur noch Schwarz-Wei\u00df-Aufnahmen dieser Karten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als \u201eFundst\u00fccke\u201c beitragen m\u00f6chte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte \u00e4t hwv-ammerbuch punkt de).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Ortsgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eGab es in Poltringen fr\u00fcher einen Galgen?\u201c Da Poltringen als ritterschaftliches Dorf eine am Ort residierende Ortsherrschaft hatte, liegt die Vermutung nahe, dass es dort auch ein Hochgericht bzw. eine Blutgerichtsbarkeit gab. Dies war das exklusive Vorrecht der Ortsherrschaft zur Verh\u00e4ngung auch der Todesstrafe. 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