{"id":2435,"date":"2019-07-16T20:50:38","date_gmt":"2019-07-16T20:50:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2435"},"modified":"2019-08-17T20:51:56","modified_gmt":"2019-08-17T20:51:56","slug":"2435","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2435","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eDie Poltringer Quellen\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In Poltringen gibt es heute die u.g. oberirdischen, \u00f6ffentlichen und nat\u00fcrlichen Quellen bzw. Brunnen. Nicht dazu geh\u00f6ren die Tiefbrunnen (30-60 m Tiefe), die sich, wie das Wasserwerk selbst, auf Poltringer Gemarkung befinden und kleine Quellen an oder bei Privath\u00e4usern im Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Quelle (ganzj\u00e4hrig, 0,1 \u2013 1,65 l \/ sec.) ist der &#8222;T\u00fcrlesbronn\/-brunnen&#8220; (Q 40) westlich des Flugplatzes direkt am Feldweg Richtung Hardtwald. Im Mittelalter gab es dort, wahrscheinlich wegen des Zugangs zu Wasser, eine kleine Ansiedlung. Von dieser wohl zu Poltringen geh\u00f6renden Ansiedlung mit dem Namen T\u00fcllisbronn bzw. Dillisbronn wissen wir, da sie u.a. den Herren von Wehingen 1416 abgabepflichtig war. Das Wasser der Quelle flie\u00dft \u00fcber den T\u00fcrlesbach in den Steinbruchsee gegen\u00fcber dem Bauhof und von dort in die Ammer.<br> Die zweite Quelle (ganzj\u00e4hrig, 1,0 \u2013 1,4 l \/ sec.) ist die &#8222;R\u00f6merquelle&#8220; (Q 40\/1) am westlichen Abhang des K\u00e4sbachknies. Ihren Namen tr\u00e4gt die Quelle, da oberhalb von ihr vor ca. 2.000 Jahren ein r\u00f6misch Gutshof stand, von dem man noch heute auf den Feldern direkt \u00fcber dem Abhang oberhalb der Quelle Keramikscherben findet. Eine Besonderheit ist, dass das Wasser direkt an der Quelle in einem offenen k\u00fcnstlichen Kanal parallel zum Hangverlauf nach Nordosten zwei Weihern am Rand des K\u00e4sbaches zugeleitet wird.<br> Die dritte Quelle (ganzj\u00e4hrig, 0,004 \u2013 0,36 l \/ sec.) ist das &#8222;G\u00e4ssle-Br\u00fcnnele&#8220; (Q 3). Dies ist aber keine Quelle im engeren Sinne, da das Wasser des Brunnen aus einem, ca. 100-200 Jahre vergessenen und vor einiger Zeit wiederentdeckten, historischen Kanal aus der Zeit zwischen 1500 und 1800  stammt, von dem unbekannt ist, wo er beginnt, endet und wo der Quellort seines Wassers ist. Sein Wasser flie\u00dft \u00fcber den Aischbachgraben in den Engwiesenbach und von ihm in die Ammer.<br> Die vierte Quelle (\u201eBessert\u00e4lesquelle\u201c, Q 4, ganzj\u00e4hrig, 0,2 \u2013 2,2 l \/ sec.) liegt in der Verl\u00e4ngerung der Jahnstra\u00dfe nach Westen in einem W\u00e4ldchen nach der Bebauung. Sie entspringt in einem kleinen T\u00fcmpel von etwa 4 auf 6 Meter. Das Wasser flie\u00dft dann in den Basermannsgraben und von dort in die Ammer.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/HWV-AG-Quellen-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2436\" srcset=\"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/HWV-AG-Quellen-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/HWV-AG-Quellen-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/HWV-AG-Quellen-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/HWV-AG-Quellen-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/HWV-AG-Quellen.jpg 1386w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption> <em>Foto der Quelle des \u201eSchwarzen Brunnen\u201c vom M\u00e4rz 2019<\/em> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zudem gibt es nahe der Gemarkungsgrenze zu Reusten eine f\u00fcnfte Quelle. Diese, genannt \u201eSchwarzer Brunnen\u201c (in Reusten auch \u201eSchw\u00e4rzlesbrunnen \/ Schw\u00e4rzenbrunnen\u201c; Q 38\/2), liegt am Ammertalnordhang nach der Schw\u00e4rzer Halde und der anschlie\u00dfenden Klinge direkt vor dem Bauhofbeginn auf der gegen\u00fcberliegenden Ammerseite. Diese Quelle ist die st\u00e4rkste der Poltringer Quellen mit 10 \u2013 20 l \/ sec und sollte sogar in den 20er Jahren als Poltringer Wasserversorgung gefasst werden. Sie hat ein Wassereinzugsgebiet bis Oberjettingen, Haslach und M\u00f6tzingen (d.h. immerhin ca. 15 km entfernt). Sie wies fr\u00fcher eine kleine Kaskade von 50-100 cm H\u00f6he auf, die ca. 100 m weiter s\u00fcdwestlich lag. Dies hatte den Grund darin, dass die zwischen Ammer und fr\u00fcherem Ammertalnordhang liegenden Felder und Wiesen durch den Steinbruchbesitzer Sch\u00e4fer mit Steinbruchschutt ca. 20 Meter hoch aufgesch\u00fcttet und die Quelle sowie der Wasserfall in umweltfrevlerischer Weise in den 50 \/ 60 er Jahren in der damaligen Form damit wohl illegal vernichtet wurden. Leider gibt es keine Aufnahme der Quelle und Kaskade vor dem \u201eS\u00fcndenfall\u201c. Hier ist sicher ein landschaftliches Juwel zerst\u00f6rt worden, auf das man heute stolz w\u00e4re. Das Heimatbuch von 1971 spricht auf Seite 29 davon, dass die Quelle leider \u201ezugesch\u00fcttet\u201c sei; die Quelle dr\u00fcckt aber (mitterweile) zum Gl\u00fcck weiter in starker Sch\u00fcttung unter der Schutthalde heraus.<br> Au\u00dferdem gibt es eine Quelle \u201eoberhalb der Stephanuskirche\u201c (Q 39) im Tal, die eine Sch\u00fcttung von 0 \u2013 2,7 l \/ sec aufweist, f\u00fcr die aber kein \u00f6rtlicher Name bekannt ist. Sie liegt zwischen Friedhof und Bauhof unterhalb der Kreisstra\u00dfe und ist mit einem Graben mit Ammer verbunden. Aufgrund der Lage im Talgrund im Gewann \u201eIm T\u00e4le\u201c k\u00f6nnte sie \u201eT\u00e4lequelle\u201c hei\u00dfen.<br> Weitere Quellen bzw. Brunnen mit Namen \u201eGopfbrunnen\u201c gab es bis zur Zerst\u00f6rung durch modernen Stra\u00dfenbau beim fr\u00fcheren Gasthaus \u201eHirsch\u201c zwischen Ammerufer, Stra\u00dfe und heutigem Altglascontainer und neben dem heutigen Rathaus, dort wo statt des Spielplatzes nun ein Neubau steht und fr\u00fcher ein gro\u00dfer Steinblock lag (\u201eG\u00e4nswinkelbrunnen\u201c). Eine weitere Quelle am \u00f6stlichen Abhang des Hottenbergs speist heute ggf. noch den \u201eH\u00fclenplatzbrunnen\u201c. Auch an der Ehinger Stra\u00dfe Ecke Aiblestra\u00dfe ist ein Brunnen (\u201eEhinger Brunnen\u201c), bei dem aber unklar ist, wo er sein Wasser her bezog.<br> Quellnummerierung, damalige Wasserqualit\u00e4t und Sch\u00fcttungsangaben aus &#8222;Hydrogeologische Untersuchungen im Oberen G\u00e4u&#8220; von Dr. Heinz Michael Harre\u00df, 1973 (einsehbar in Landratsamt T\u00fcbingen Abtl. Grundwasserschutz).<\/p>\n\n\n\n<p>Wer hierzu vertiefende Informationen oder Bilder der Quellen (insbesondere \u201eSchwarzem Brunnen\u201c) beitragen kann, bitte melden.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Heimatgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 \u201eDie Poltringer Quellen\u201c In Poltringen gibt es heute die u.g. oberirdischen, \u00f6ffentlichen und nat\u00fcrlichen Quellen bzw. Brunnen. Nicht dazu geh\u00f6ren die Tiefbrunnen (30-60 m Tiefe), die sich, wie das Wasserwerk selbst, auf Poltringer Gemarkung befinden und kleine Quellen an oder bei Privath\u00e4usern im Ort. Die erste Quelle (ganzj\u00e4hrig, 0,1Continue reading &rarr;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-2435","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-poltringer-heimatgeschichte","no-thumb"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2435","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2435"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2435\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2437,"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2435\/revisions\/2437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}