{"id":2248,"date":"2019-02-10T21:30:07","date_gmt":"2019-02-10T21:30:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2248"},"modified":"2023-02-04T20:33:48","modified_gmt":"2023-02-04T20:33:48","slug":"2248","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2248","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><strong>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 Zwangsarbeiter<br \/>\n<\/strong>\u201eW\u00e4hrend des Krieges waren im Steinbruch in Reusten j\u00fcdische bzw. ausl\u00e4ndische Zwangsarbeiter besch\u00e4ftigt gewesen. Es war bekannt, dass diese Juden sehr schwer arbeiten mussten und ganz wenig zu essen bekamen. Daher beschlossen einige Frauen aus Poltringen den Juden etwas zum Essen zu bringen. Das war streng verboten und konnte laut Aussage eines NSDAP-Funktion\u00e4rs \u201eden Kopf kosten\u201c.<br \/>\nDie Frauen haben sich dann ausgedacht, Vesperbrote zu richten. Diese wurden in Zeitungspapier verpackt und Sonntagnachmittags gingen die Frauen mit ihren Kindern spazieren nach Reusten. Die Kinder mussten dann im Steinbruch \u201eVerstecken\u201c spielen und bei dieser Gelegenheit die Vesperbrote ablegen. Man musste aber schwer aufpassen, dass man nicht erwischt wurde.\u201c<br \/>\nAufgezeichnet von Hanne Baur geb. Vogelmann, damals wohnhaft Poltringen, Hauptstra\u00dfe 28.<\/p>\n<p><strong>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 erste topografische Landkarte Poltringens von 1819<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/HWV-AG-erste-Karte-Poltringens.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/HWV-AG-erste-Karte-Poltringens-300x298.jpg\" alt=\"HWV AG - erste Karte Poltringens\" width=\"300\" height=\"298\" \/><\/a>Die erste detailgetreue und realistische Landkartenabbildung Poltringens gab es erst 1819 (siehe unten). Anlass daf\u00fcr war die \u201eW\u00fcrttembergische Landesvermessung\u201c, im Zuge deren erstmals von 1818 bis 1840 im K\u00f6nigreich W\u00fcrttemberg eine genaue Vermessung und Kartierung des Landes durchgef\u00fchrt wurde.<br \/>\nDiese war notwendig, da sich durch die Umw\u00e4lzungen der napoleonischen Zeit das 1806 zum K\u00f6nigreich erhobene Land W\u00fcrttemberg sich etwa auf das Doppelte der Fl\u00e4che vergr\u00f6\u00dferte. Entsprechend der Vielzahl fr\u00fcherer Herrschaften gab es in den verschiedenen Landesteilen in Umfang, Aufbau und Genauigkeit h\u00f6chst unterschiedliche Grundst\u00fccksverzeichnisse.<br \/>\nDiese \u2013 zumeist als G\u00fcter-, Lager- oder Steuerb\u00fccher bezeichnet \u2013 erf\u00fcllten zwei Zwecke: Einerseits dienten sie, als Vorl\u00e4ufer des heutigen Grundbuchs, dazu, alle mit den Grundst\u00fccken verkn\u00fcpften Rechtsgesch\u00e4fte (Verkauf, Verpf\u00e4ndung, Grunddienstbarkeiten) einzutragen, andererseits bildeten sie ein wichtiges Hilfsmittel f\u00fcr die Erhebung der Grundsteuer. Um die Steuer nicht willk\u00fcrlich, sondern nach einem nachvollziehbaren System, beruhend auf Gr\u00f6\u00dfe, Nutzung und Ertragswert der Grundst\u00fccke, festsetzen zu k\u00f6nnen, mussten die B\u00fccher vereinheitlicht und alle Fl\u00e4chen genau vermessen werden.<br \/>\nDie wissenschaftliche Leitung der Landesvermessung \u00fcbernahm der T\u00fcbinger Professor Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger. Nullpunkt des w\u00fcrttembergischen Koordinatensystems war auch daher das Observatorium im Nordostturm von Schloss Hohent\u00fcbingen.<br \/>\nDabei waren durchschnittlich 90, insgesamt 500 Geometer im Auftrag des k\u00f6niglichen \u201eStatistisch-topographischen Bureaus\u201c besch\u00e4ftigt. Die Gesamtkosten der 22 Jahre dauernden Landesvermessung betrugen 3.820.000 Gulden, was rund 40 Prozent eines seinerzeitigen Jahresetats des Staates entsprach. D.h. man machte hier eine riesige Investition.<br \/>\nAuf der Karten von Poltringen sieht man z.B. dass der Ort viel kleiner wie heute war, bei der Klemenskirche und der heutigen Rathauskreuzung Richtung Schloss endete und es im Ort keine Ammerbr\u00fccke, sondern nur einen Fu\u00dfg\u00e4ngersteg gab.<\/p>\n<p>Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als \u201eFundst\u00fccke\u201c beitragen m\u00f6chte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte \u00e4t hwv-ammerbuch punkt de).<\/p>\n<p>F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Heimatgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 Zwangsarbeiter \u201eW\u00e4hrend des Krieges waren im Steinbruch in Reusten j\u00fcdische bzw. ausl\u00e4ndische Zwangsarbeiter besch\u00e4ftigt gewesen. Es war bekannt, dass diese Juden sehr schwer arbeiten mussten und ganz wenig zu essen bekamen. 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