{"id":2257,"date":"2018-11-27T23:25:49","date_gmt":"2018-11-27T23:25:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2257"},"modified":"2023-02-04T20:34:41","modified_gmt":"2023-02-04T20:34:41","slug":"2257","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/?p=2257","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<h2>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 Beschreibung Poltringens in der Herrenberger Oberamtsbeschreibung von 1855 (Teil 2 von 2)<\/h2>\n<p>\u201eDas Klima ist gesund und ziemlich mild, \u00fcbrigens f\u00fcr den Weinbau etwas zu rauh, daher dieser immer mehr abnimmt, indem Fr\u00f6ste im Fr\u00fchjahr und Herbst, wie auch sch\u00e4dliche Nebel demselben entgegen wirken; auch die feineren Obstsorten wollen nicht gedeihen, daher meist nur Mostsorten und Zwetschgen gezogen werden und zwar in einer Ausdehnung, die in g\u00fcnstigen Jahren noch einen Verkauf nach Au\u00dfen zul\u00e4\u00dft. Hagelschlag kommt selten vor. Die Landwirthschaft wird gut betrieben und zur Besserung des Bodens kommt neben den gew\u00f6hnlichen D\u00fcngungsmitteln die Jauche sehr flei\u00dfig in Anwendung; der deutsche Pflug ist noch ziemlich allgemein und die Walze wird selten ben\u00fctzt. Nach der Dreifelder-Eintheilung mit zu 1\/4 angebl\u00fcmter Brache baut man haupts\u00e4chlich Dinkel, Hafer, weniger Gerste und auf mageren B\u00f6den Einkorn und etwas Wicken; in der Brache kommen Futterkr\u00e4uter, namentlich Esper, wenig Angersen und Reps zum Anbau, w\u00e4hrend die Kartoffeln im Haferfeld gezogen werden. Hanf und Kraut pflanzt man in eigenen L\u00e4ndern. Auf den Morgen werden 8 Simri Dinkel, 4 Simri Hafer, ebensoviel Gerste und Einkorn ausges\u00e4et; der Ertrag wird zu 7\u20138 Scheffel Dinkel, 5\u20136 Scheffel Hafer, eben so viel Gerste und 5 Scheffel Einkorn per Morgen angegeben. Dinkel und Hafer kommt viel nach T\u00fcbingen zum Verkauf. Die h\u00f6chsten Preise eines Morgens Acker sind 400 fl., die mittleren 200 fl. und die geringsten 50 fl. Der Wiesenbau begreift etwa 100 Morgen, von denen nur 10 Morgen W\u00e4sserung zukommt. Da diese Fl\u00e4che im Verh\u00e4ltni\u00df zu dem vorhandenen Viehstand zu gering ist, so waren die Einwohner von Poltringen gen\u00f6thigt, auf der Markung Pf\u00e4ffingen Wiesen anzukaufen und \u00fcberdie\u00df durch flei\u00dfigen Anbau von Futterkr\u00e4utern nachzuhelfen. Die Wiesen sind mit Ausnahme einiger sauern sehr gut und ertragen durchschnittlich per Morgen 30\u201332 Centner Heu und 15 Centner \u00d6hmd. Die Preise eines Morgens bewegen sich von 400\u2013500 fl.<\/p>\n<p>Der Rindviehstand, in einem kr\u00e4ftigen Neckarschlag bestehend, ist gut und wird durch zwei Farren, welche ein B\u00fcrger Namens der Gemeinde um j\u00e4hrlich 60 fl. und der Nutznie\u00dfung von zwei Morgen Wiesen h\u00e4lt, nachgez\u00fcchtet. Von den Einwohnern wird auf benachbarten M\u00e4rkten ziemlich lebhaft mit Vieh gehandelt. Schweinezucht wird nicht betrieben und Gefl\u00fcgel nur f\u00fcr den eigenen Bedarf gehalten. Von den Gewerben im Dorf sind nur zwei Schildwirthschaften und zwei Kraml\u00e4den zu nennen. Vicinalstra\u00dfen gehen nach Oberndorf, Reusten und Unter-Jesingen.<\/p>\n<p>An Waldungen erhielt die Gemeinde vom Staat im Jahre 1820 f\u00fcr eine Sch\u00f6nbuchsgerechtigkeit 88 Morgen, von denen 1\/3 mit Forchen kultivirt wurde; dermalen liefern dieselben alle 2\u20133 Jahre etwa 2700 St\u00fccke Wellen oder 4\u20136 Klafter Holz, welche an die B\u00fcrgerschaft vertheilt werden. \u00dcberdie\u00df besitzen noch 2\/3 der Gemeindeangeh\u00f6rigen etwa 80 Morgen Privatwaldungen, so da\u00df einem B\u00fcrger 1\/4\u20132 Morgen zukommen. Etwa 60\u201370 Morgen Weiden, welche nebst der Brach- und Stoppelweide zur Sch\u00e4ferei verpachtet sind, tragen j\u00e4hrlich mit Einschlu\u00df der Pferchnutzung gegen 800 fl., wovon die Gemeinde 7\/9, die \u00fcbrigen 2\/9 aber die Gutsherrschaft bezieht. Die Gemeindepflege erzielt \u00fcberdie\u00df aus Gemeindeg\u00fctern j\u00e4hrlich etwa 110 fl. Pacht. Bis zur Abl\u00f6sung hatte die freiherrlich v. Ulm\u2019sche Grundherrschaft und der Staat Gef\u00e4lle zu beziehen. Letzterer bezog den gro\u00dfen Zehenten; den kleinen Zehenten hatte derselbe abwechslungsweise mit der Pfarrei. Auf den Schlo\u00df\u00e4ckern, einer Anh\u00f6he n\u00f6rdlich vom Ort, von der man eine \u00e4u\u00dferst freundliche Aussicht genie\u00dft, stand die Burg Ober-Poltringen, die vor etwa 70 Jahren vollends abgetragen wurde. N\u00f6rdlich dieser Stelle auf den sogenannten Stein\u00e4ckern, auch Enderleshaus genannt, finden sich Spuren eines r\u00f6mischen Wohnplatzes (s. hier den allg. Theil).<\/p>\n<p>Der Ort, welcher als Boltringen im Jahre 1191 erstmals vorkommt, auch Oberkirch hie\u00df (Oberkirch sive Poltringen Urk. von 1299 Juni 22, Schmid 56), geh\u00f6rte den Pfalzgrafen von T\u00fcbingen und hatte der Hauptsache nach gleiche Schicksale mit Oberndorf. Von hiesigen Ortsadeligen erscheinen Heinrich Zeuge Pfalzgraf Rudolfs von T\u00fcbingen bei der Stiftung des Klosters Bebenhausen den 30. Juli 1191 (Schmid Urk. 7), Wolpot und Conrad als Zeugen Pfalzgraf Wilhelms von T\u00fcbingen den 9. Juni 1236. Eine hiesige Burg wurde um Jacobi 1283, in Zeiten als K\u00f6nig Rudolf den Landfrieden gebot, gebrochen (Chronicon Sindelfingense). Sp\u00e4ter wurden zwei Burgen neu errichtet.\u201c<\/p>\n<p>Auslassung zu herrschaftlicher Besitzhistorie &#8211;<br \/>\nDer vollst\u00e4ndige Text ist hier zu finden: https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Beschreibung_des_Oberamts_Herrenberg\/Kapitel_B_22<\/p>\n<p>Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als \u201eFundst\u00fccke\u201c beitragen m\u00f6chte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte \u00e4t hwv-ammerbuch punkt de).<\/p>\n<p>F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Heimatgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte \u2013 Beschreibung Poltringens in der Herrenberger Oberamtsbeschreibung von 1855 (Teil 2 von 2) \u201eDas Klima ist gesund und ziemlich mild, \u00fcbrigens f\u00fcr den Weinbau etwas zu rauh, daher dieser immer mehr abnimmt, indem Fr\u00f6ste im Fr\u00fchjahr und Herbst, wie auch sch\u00e4dliche Nebel demselben entgegen wirken; auch die feineren Obstsorten wollenContinue reading &rarr;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-2257","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-poltringer-heimatgeschichte","no-thumb"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2257","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2257"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2257\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3029,"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2257\/revisions\/3029"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2257"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.hwv-ammerbuch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}