Wanderung am Sonntag den 24.3.19

zum Zellerhorn und Raichberg in Albstadt-Onstmettingen.
Abfahrt 10.00 Uhr Rückkehr ca. 17.00 Uhr

Gabi | Wanderführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Wie hat Poltringen früher gewählt?

Da es erst in der Weimarer Republik ab 1918 ein allgemeines, freies, gleiches, unmittelbares und geheimes Wahlrecht gab, wird hier nur der Zeitraum ab 1918 betrachtet. Vorher durften nicht wählen:

  • alle Frauen,
  • wer keine Grundsteuern zahlte (das galt für die meisten Bürger)
  • und wer nicht mindestens 25 Jahre alt war

D. h. wahlberechtigt waren vor 1918 damit nur ca. 20% der Bevölkerung.

Zwischen 1918 und 1933 wählte Poltringen bei den Reichstagswahlen stabil zu über 70 / 80% das bürgerlich-konservative (katholische) Zentrum. Bei der letzten freien Wahl vor dem Kriegsende, der Reichstagswahl 05.03.1933, war in Poltringen weiterhin die Zentrums-Partei mit über 60% Wahlsieger; die anderen (rechten, linken oder liberalen) Parteien konnten hier immer noch relativ wenig Stimmen erlangen, obwohl es sonst im Parteienspektrum in den Jahren davor anderorts gravierende Umschichtungen gab. Im Unterschied zum generellen Trend lag auch die NSDAP nur bei 37% (im benachbarten Reusten hatte die NSDAP zeitgleich mit 86% ihr bestes Ergebnis im gesamten Oberamt Herrenberg, das Durchschnitt von 58% NSDAP Stimmen hatte, im Land waren dies 42% und reichsweit 44%). In Poltringen überwog damit weiter überdurchschnittlich die katholische Prägung gegenüber der nationalistischen Orientierung (u.a. aus der Promotion „Die Entwicklung der Parteien in Herrenberg 1918 – 1933“ von Rafael Binkowski, 2007, und „Politische Räume im Landkreis Tübingen während der Weimarer Republik“ von Wolfgang Sannwald in „Tubingensia – Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte“, 2008).

Bei den Bundestagswahlen nach dem Krieg von 1949 bis 1971 ergaben sich folgende, wieder stabil weit mehrheitlich bei der früher christlich-konservativen CDU liegenden, an die Vorkriegstradition anknüpfenden, Zweitstimmenanteile für Poltringen (nur Ergebnisse über 5%):

  • 1949 CDU 80,6%, SPD 9,4%, FDP 6,9%, Sonstige 3,1%
  • 1953 CDU 81,2%, SPD 7,7%, FDP 4,5%, Sonstige 6,6%
  • 1957 CDU 73,0%, SPD 11,8%, FDP 12,3%, Sonstige 2,9%
  • 1961 CDU 73,9%, SPD 14,1%, FDP 9,5%, Sonstige 2,5%
  • 1965 CDU 71,1%, SPD 18,4%, FDP 7,9%, Sonstige 2,7%
  • 1969 CDU 68,6%, SPD 23,1%, FDP 1,9%, NPD 5,7%, Sonstige 0,8%

Mit Gründung der Gemeinde Ammerbuch 1971 ging dann die Gemeinde Poltringen als Wahlbezirk in der neuen Gemeinde auf und zeigte in den Jahren von 1972-2017 folgende, weiter die CDU, wenn auch meist stetig abnehmend, als stärkste Partei aufzeigende, Wahlergebnisse (nur Ergebnisse über 5%):

  • 1972 CDU 63,7%, SPD 26,9%, FDP 6,5%, Sonstige 2,9%
  • 1976 CDU 69,6%, SPD 23,3%, FDP 5,8%, Sonstige 1,ó3%
  • 1980 CDU 66,0%, SPD 23,1%, FDP 8,3%, Sonstige 2,6%
  • 1983 CDU 45,9%, SPD 32,8%, FDP 11,3%, Grüne 9,4%, Sonstige 0,7%
  • 1987 CDU 52,6%, SPD 24,6%, FDP 10,0%, Grüne 11,0%, Sonstige 1,7%
  • 1990 CDU 47,8%, SPD 25,8%, FDP 9,6%, Grüne 9,3%, Sonstige 7,5%
  • 1994 CDU 42,0%, SPD 28,0%, FDP 9,0%, Grüne 13,7%, Sonstige 7,3%
  • 1998 CDU 37,2%, SPD 30,8%, FDP 7,6%, Grüne 13,1%, Sonstige 11,3%
  • 2002 CDU 32,2%, SPD 38,9%, FDP 6,5%, Grüne 17,9%, Sonstige 4,5%
  • 2005 CDU 39,4%, SPD 26,5%, FDP 12,0%, Grüne 14,0%, Sonstige 8,0%
  • 2009 CDU 34,0%, SPD 17,4%, FDP 18,5%, Grüne 18,5%, Linke 5,1%, Sonstige 6,5%
  • 2013 CDU 48,4%, SPD 17,1%, FDP 5,6%, Grüne 12,6%, Linke 6,3%, Sonstige 10,0%
  • 2017 CDU 36,0%, SPD 14,2%, FDP 12,5%, Grüne17,8%, AfD 9,0%, Linke 6,6%, Sonstige 3,9%.

Wer hierzu noch weitere vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

Einladung zur Jahreshauptversammlung

Am Freitag 08.03.2019
In der Palmberghütte Poltringen
Beginn: 20:00 Uhr

Tagesordnung:

Begrüßung durch die 1. Vorsitzende und Bericht
Bericht der Kassiererin
Bericht der Kassenprüferinnen
Bericht der Schriftführerin
Bericht des Jugendleiters
Bericht des Hüttenwartes
Bericht der Kulturwartin
Bericht des Wanderwartes
Entlastungen
Ehrungen

- Pause -

Neuwahlen
Anträge/Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung sind bis spätestens 28.02.2019 an die 1. Vorsitzende Margot Sailer zu richten

Hüttenbetrieb Dienstagstreff

Der nächste Dienstagstreff findet am 12.03.2019 ab 15:00 Uhr in der Palmberghütte statt. Auf viele gutgelaunte Gäste freuen sich Moni, Gabi und Wolfgang.

Katrin Flaisch | Schriftführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Sage des Geist vom Harthäusle

Harthaeusle„Im Harthäusle bei den Linden hauste einst ein Geist, der die Bauern auf den Feldern in allen möglichen Formen und Erscheinungen erschreckte und belästigte. Dies ging schließlich soweit, dass der Ortspfarrer sich genötigt sah, hier helfend einzuspringen.

In Amtstracht, mit Gebetsbuch, Stola und Weihwasser ausgerüstet, schritt er auf das Harthäusle zu, sprach seine Gebete, bannte den Geist in einen Weinkrug und schickte ihn in den Schönbuch, worauf der Geist, im Weinkrug versteckt, sich in die Lüfte erhob und in den Schönbuch flog. Seitdem war niemand mehr in dieser Gegend bei der Arbeit von einem Geist belästigt.“

Aus dem “Heimatbuch Gemeinde Poltringen” von Florian Bizenberger von 1971, S. 21.

Wer weitere (noch undokumentierte) Poltringer Sagen kennt oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

Arbeitseinsatz

Am Samstag 02.03.2019 wollen wir ab 9 Uhr auf dem Palmberg an unserer neuen Überdachung Dachdeckerarbeiten ausführen. Jede helfende Hand ist herzlich willkommen.

Einladung zum Kappenabend

Der Poltringer Fasnets Club hat uns zum Kappenabend am 02.03.2019 in die PFC Halle eingeladen. Platzreservierungen bitte bei Margot Sailer anmelden. Danke

Allen Helferinnen und Helfern die durch ihren unermüdlichen Einsatz beim Auf- und Abbauen des Verpflegungsstandes zum PFC Umzug und bei der Bewirtung am Sonntag während des Umzuges zu einem reibungslosen Ablauf beitrugen und natürlich auch den Wirtsleuten der Palmberghütte sei hier ein großes Dankeschön gesagt.

Einladung zur Jahreshauptversammlung

Am Freitag 08.03.2019
In der Palmberghütte Poltringen
Beginn: 20:00 Uhr

Tagesordnung:

  1. Begrüßung durch die 1. Vorsitzende und Bericht
  2. Bericht der Kassiererin
  3. Bericht der Kassenprüferinnen
  4. Bericht der Schriftführerin
  5. Bericht des Jugendleiters
  6. Bericht des Hüttenwartes
  7. Bericht der Kulturwartin
  8. Bericht des Wanderwartes
  9. Entlastungen
  10. Ehrungen

- Pause -

  1. Neuwahlen
  2. Anträge/Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung sind bis spätestens 28.02.2019 an die 1. Vorsitzende Margot Sailer zu richten

Katrin Flaisch | Schriftführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Wie Poltringen fast Ammerbuchs „Hauptstadt“ geworden wäre

Planskizze von 1995, mindestens in den 70er Jahren gab es ebenfalls einen Entwurf

Planskizze von 1995, mindestens in den 70er Jahren gab es ebenfalls einen Entwurf

Im Zuge der Gebietsreform ab 1968, die zu leistungsfähigeren Gemeinden führen sollte und die 1971 auch die Gründung von Ammerbuch (als erste neue Einheitsgemeinde im Landkreis Tübingen) erbrachte (für das als Gemeindenamen alternativ damals auch „Ammertal“, „Großammern“, „Ammern“ oder „Hardt“ in Diskussion war), war ebenfalls geplant an einem zentralen Standort in Ammerbuch alle zentralörtlichen Einrichtungen zusammenzuführen. Hierfür war zeitweise am nördlichen Rand von Poltringen bei den Sportgeländen und der PFC Halle eine umfangreiche Bebauung vorgesehen.

Grund für diese Entscheidung war auch die zentrale Lage Poltringens, da ja sogar zu Beginn der Gemeindereform geplant war, dass auch Unterjesingen und Oberndorf mit zu Ammerbuch gehören sollten, und dann Poltringen noch zentraler gelegen wäre. Was aufgrund der Lage (Unterjesingen liegt ja direkt bei Pfäffingen, aber weit von Tübingen; Oberndorf war geschichtlich seit seiner Gründung eng mit Poltringen verbunden und auch dort ist es weiter nach Rottenburg als nach Ammerbuch) auch durchaus Sinn gemacht hätte.

In einem FAZ Artikel vom 05.07.1975 (“Sechs Dörfer suchen eine Stadt – Kommunalentwicklung in der Provinz oder Ammerbuch wird doch kein schwäbisches Brasilia” von Sibylle Krause-Burger) über den Zusammenschlussprozess und die Planung der zentralörtlichen Einrichtungen wurde ein Poltringer zu den Vorteilen der Lage wie folgt zitiert: „….dort im landwirtschaftlich schlechtesten Grund wär´ der Weg von Pfäffingen net weit, von Entringen net weit, von Altingen und vom Wolfsberg, die könnet in de Hausschuh ronterlaufe und mir Poltringer au.”

Da sich der Einigungsprozess bezüglich Ammerbuch aber nicht ganz einfach gestaltete und hinzog (Details dazu: „Goldener Zügel und Abschlachtprämie“ von Dr. Wolfgang Sannwald, in „Persilschein, Käferkauf und Abschlachtprämie – Von Besatzern, Wirtschaftswunder und Reformen im Landkreis Tübingen“, S. 406 bis 414) und es von Rottenburg und Tübingen attraktive Avancen Richtung Unterjesingen (z.B. beheiztes Freibad) und Oberndorf gab, entschieden sich diese leider gegen Ammerbuch. Aber auch heute liegt der geografische (“kommunale“) Mittelpunkt der Rathäuser aller 6 Teilgemeinden auf Poltringer Gemarkung westlich des Flugfeldes (Details: https://ammerbuch.freiewaehler.de/infos-zu-ammerbuch/ammerbucher-mittelpunkt/). Auch ungefähr in dieser außerörtlichen Lage gab es einst Pläne die zentralörtlichen Einrichtungen anzusiedeln.

Die geplante Bebauung umfasste:

  • Rathaus
  • Kindergarten
  • Stadion
  • Festplatz
  • Sporthalle
  • Schwimmhalle
  • Haupt- und Förderschule
  • Realschule
  • und sogar ein Gymnasium

Zur Umsetzung der Pläne kam es dann aber nie, da 1997 ein Bürgerentscheid den dahingehenden Gemeinderatsbeschluß aufhob. Es votierten 60 Prozent der Wahlberechtigten gegen den Poltringer Standort. Nur die Poltringer selbst waren mehrheitlich dafür, Altingen, Breitenholz, Entringen, Pfäffingen und Reusten lehnten ab. So entwickelte sich die größte Ortschaft von Ammerbuch, Entringen, zur „Hauptstadt“ unserer Gemeinde und ist nun auch Standort der neuen Gemeinschaftsschule.

Wer hierzu noch weitere vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

Arbeitseinsätze

Am Samstag, 23.02.2019 treffen wir uns um 9:00 Uhr auf dem Palmberg bei den Garagen zu Vorbereitungsarbeiten für den PFC Umzug am Sonntag. Mit den Aufräumungsarbeiten wollen wir am Montag, den 25.02.2019 um 15:00 Uhr beginnen. Auch dazu ist jede helfende Hand herzlich willkommen.

PFC Umzug am Sonntag 24.02.2019

Der Verpflegungsstand des Heimat- und Wandervereins steht traditionsgemäß, wieder gegenüber dem Rathaus in Poltringen. Dort bieten wir Schupfnudeln mit Kraut, heiße Rote sowie Bier, Glühwein, Punsch alkoholfrei, Kaffee und Sekt an. Das Standpersonal ist ab 9:00 Uhr zur Vorbereitung eingeteilt. Wir bewirten ab 11:00 Uhr.

Hüttenbewirtschaftung

Am Sonntag, 24.02.2019 ist die Palmberghütte ab 14:00 Uhr geöffnet. Dort gibt es neben den üblichen Getränken, Kaffee und Kuchen.

Katrin Flaisch | Schriftführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Wie Poltringen fast einen Bahnhof bekommen hätte!

HWV AG - geplanter Poltringer BahnhofAls um die vorletzte Jahrhundertwende die Ammertalbahn geplant wurde (ca. 1890), war anfangs ein Streckenverlauf nicht über Entringen, sondern durch das Ammertal geplant. Dadurch hätte auch Poltringen einen eigenen Bahnhof bekommen. Dieser wäre heute am Ortsausgang Richtung Oberndorf im Winkel zwischen dem „Wendelsheimer Weg“, Engwiesenbach und der „Wasenbreite“ zu finden gewesen. Die weitere Bahnlinie wäre hinter der Clemenskirche parallel zur heutigen Aiblestraße und auf dem Ammerbegleitweg am Schloß und Stephanuskirche vorbei auf der südlichen Ammerseite bis Reusten verlaufen. (Bildunterschrift: Bahnlinienverlaufsplan von 1909 aus dem Stadtarchiv Tübingen)
Zudem gab es auch Pläne für eine Querverbindungsbahn ab Pfäffingen / Unterjesingen nach Rottenburg. Diese wurden aber nach Inbetriebnahme der Ammertalbahn 1910 nicht weiterverfolgt.
Wie kam es nun dazu, dass es nichts wurde mit dem Poltringer Bahnhof? Hierzu gibt es mehrere Thesen (aus „Angelokt – 100 Jahre Ammertalbahn im Landkreis Tübingen“ von Dr. Wolfgang Sannwald, Hg., 2009):
1) In Poltringen setzte sich besonders Schultheiß Schmid für den Bau der Bahn durch die Gemeinde ein. Als verhängnisvoll erwies sich jedoch, dass der Bahnhof auf einem Acker stehen sollte, der dem Schultheißen selbst gehörte. Einige „Hetzer, Schreier und Neider“ brachten einen großen Teil der Bürgerschaft gegen Schmid auf: „der Dicksack will nur seinen Acker teuer verkaufen“ und sei deshalb aus Eigennutz für den Bahnbau. Aus kommunalpolitschen Gründen verzichteten die Poltringer im Zuge dieser sachfremden Debatte auf den unmittelbaren Bahnanschluss. Erst am Eröffnungstag sahen sie, „welch großer Vorteil ihnen für ewige Zeiten entgangen ist“.
2) Eine zweite These sieht wirtschaftliche Gründe für die Streckenänderung, da mit dem Streckenverlauf über Entringen Holz aus dem Schönbuch und vor allem Gips aus dem Gipswerk als Frachtgüter die Rentabilität der Ammertalbahn damals positiv beeinflussten. Zudem war schon damals Entringen größer als Reusten und Poltringen zusammen und bot das größere Fahrgastpotential.
3) Eine weitere These besagt, dass die für das Ammertal zuständigen Landtagsabgeordneten, die auf Hohenentringen bzw. Schloss Roseck lebten und im zweiteren Fall mit einer Frau aus Breitenholz verheiratet waren, persönliche Interessen bezüglich eines Streckenverlaufs über Entringen hatten.
4) Zudem muss man auch sehen, dass ein Bahnbau auf der eigenen Gemarkung hohe Kosten für die jeweilige Gemeinde bedeutete (z.B. kostenlose Landabgabe für Gleiskörper und Bahnhofsgelände, Geldzuschüsse sowie Gestellung Betriebswasser) bei Unklarheit, ob sich diese Investition zukünftig auch lohnt. Poltringen war ja keine wohlhabende Gemeinde und hatte sich mit dem Kauf des Schlossgutes einige Jahre davor (1890) verschuldet.
5) Des Weiteren befürchtete man in dem rein landwirtschaftlich geprägten Dorf mit einem Bahnanschluss und etwaigen größeren Industrie- und Gewerbeansiedlungen, die ja dann auch in Pfäffingen erfolgten, sowie der damit möglichen größeren Mobilität nach und aus Poltringen heraus negative „moralische Einflüsse“ u.a. auf die Dorfjugend.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter

Vorschau Februar/März 2019

  • 23.02.2019 Aufbau Stand PFC-Umzug 9 Uhr
  • 24.02.2019 Hüttenbetrieb und Verpflegungsstand beim Fasnetsumzug des PFC
  • 25.02.2019 Abbau Stand PFC-Umzug 15 Uhr
  • 02.03.2019 Kappenabend des PFC
  • 08.03.2019 Jahreshauptversammlung
  • 24.03.2019 Tageswanderung Zeller Horn, Albstadt

Katrin Flaisch | Schriftführerin

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – Zwangsarbeiter
„Während des Krieges waren im Steinbruch in Reusten jüdische bzw. ausländische Zwangsarbeiter beschäftigt gewesen. Es war bekannt, dass diese Juden sehr schwer arbeiten mussten und ganz wenig zu essen bekamen. Daher beschlossen einige Frauen aus Poltringen den Juden etwas zum Essen zu bringen. Das war streng verboten und konnte laut Aussage eines NSDAP-Funktionärs „den Kopf kosten“.
Die Frauen haben sich dann ausgedacht, Vesperbrote zu richten. Diese wurden in Zeitungspapier verpackt und Sonntagnachmittags gingen die Frauen mit ihren Kindern spazieren nach Reusten. Die Kinder mussten dann im Steinbruch „Verstecken“ spielen und bei dieser Gelegenheit die Vesperbrote ablegen. Man musste aber schwer aufpassen, dass man nicht erwischt wurde.“
Aufgezeichnet von Hanne Baur geb. Vogelmann, damals wohnhaft Poltringen, Hauptstraße 28.

Funde aus der Poltringer Ortsgeschichte – erste topografische Landkarte Poltringens von 1819
HWV AG - erste Karte PoltringensDie erste detailgetreue und realistische Landkartenabbildung Poltringens gab es erst 1819 (siehe unten). Anlass dafür war die „Württembergische Landesvermessung“, im Zuge deren erstmals von 1818 bis 1840 im Königreich Württemberg eine genaue Vermessung und Kartierung des Landes durchgeführt wurde.
Diese war notwendig, da sich durch die Umwälzungen der napoleonischen Zeit das 1806 zum Königreich erhobene Land Württemberg sich etwa auf das Doppelte der Fläche vergrößerte. Entsprechend der Vielzahl früherer Herrschaften gab es in den verschiedenen Landesteilen in Umfang, Aufbau und Genauigkeit höchst unterschiedliche Grundstücksverzeichnisse.
Diese – zumeist als Güter-, Lager- oder Steuerbücher bezeichnet – erfüllten zwei Zwecke: Einerseits dienten sie, als Vorläufer des heutigen Grundbuchs, dazu, alle mit den Grundstücken verknüpften Rechtsgeschäfte (Verkauf, Verpfändung, Grunddienstbarkeiten) einzutragen, andererseits bildeten sie ein wichtiges Hilfsmittel für die Erhebung der Grundsteuer. Um die Steuer nicht willkürlich, sondern nach einem nachvollziehbaren System, beruhend auf Größe, Nutzung und Ertragswert der Grundstücke, festsetzen zu können, mussten die Bücher vereinheitlicht und alle Flächen genau vermessen werden.
Die wissenschaftliche Leitung der Landesvermessung übernahm der Tübinger Professor Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger. Nullpunkt des württembergischen Koordinatensystems war auch daher das Observatorium im Nordostturm von Schloss Hohentübingen.
Dabei waren durchschnittlich 90, insgesamt 500 Geometer im Auftrag des königlichen „Statistisch-topographischen Bureaus“ beschäftigt. Die Gesamtkosten der 22 Jahre dauernden Landesvermessung betrugen 3.820.000 Gulden, was rund 40 Prozent eines seinerzeitigen Jahresetats des Staates entsprach. D.h. man machte hier eine riesige Investition.
Auf der Karten von Poltringen sieht man z.B. dass der Ort viel kleiner wie heute war, bei der Klemenskirche und der heutigen Rathauskreuzung Richtung Schloss endete und es im Ort keine Ammerbrücke, sondern nur einen Fußgängersteg gab.

Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann oder andere Geschichten als „Fundstücke“ beitragen möchte, kann sich gerne bei unserer AG melden (heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de).

Für die AG „Poltringer Heimatgeschichte“, Boris Dieter